Das berichtete Holger Gröning beim Rundgang durch das Quartier am frühen Dienstagabend. Gröning ist selbst Eigentümer einiger Wohnungen im Hochhaus 14-15 und gehört dem Eigentümerbeirat an, der nach dem Einsturz neu gegründet worden war. Auch die bisherige Hausverwaltung sei abgewählt und durch eine neue ersetzt worden, sagte Holger Gröning. Mit den Eigentümern habe sich die Verwaltung auf die Zahlung von Sonderumlagen verständigt, um die notwendigen Arbeiten wie Brandschutzwände, Blitzschutz und die Wiederinbetriebnahme der Wasserversorgung erledigen zu lassen. „Wir planen, dass im Oktober das Gebäude wieder bewohnbar ist und bezogen werden kann“, informierte Gröning. Wie es mit dem Hochhaus weitergeht, interessierte viele Teilnehmer des Quartiersrundgangs. Das markante Gebäude prägt nicht nur das Stadtviertel. Es symbolisiert auch die Probleme, die es dort seit langem gibt. Eines ist der mitunter schlechte Erhaltungszustand der Wohnhäuser, meist Wohnblöcke, die mehr als 60 Jahre alt sind. Ein weiteres Problem ist der Müll, der an verschiedenen Stellen im Erloch entsorgt wird. Bei der ersten Begehung im Februar dieses Jahres, organisiert vom Quartiersmanagement unter Federführung der Regionalen Diakonie Südhessen, hatte sich die Müllproblematik noch in ihrem ganzen Ausmaß offenbart. Nun, beim zweiten Rundgang, waren einige wesentliche Verbesserungen deutlich geworden. Die damaligen Müllplätze waren zumeist leer und aufgeräumt. Vor einigen Wohnblöcken standen die Tonnen fein aufgereiht wie vielerorts üblich, manche waren eingezäunt, die größeren Container sind inzwischen mit Schlössern vor der Entsorgung von „Fremdmüll“ geschützt. Insgesamt wirkte das Viertel gepflegter und wohnlicher. Bei der Begehung im Februar hatten noch viele Erlochbewohner teilgenommen und sich beim Abschlussgespräch bereiterklärt, an der Müllbeseitigung mit- und auf ihre Nachbarn einzuwirken, um Auswüchse wie in der Vergangenheit zu vermeiden. Auch das Quartiersmanagement unter neuer Leitung von Vivian Subtil macht dieses und weitere Erloch-typische Anliegen immer wieder zum Thema. Ein Abfallkalender mit Piktogrammen und in einfacher Sprache soll helfen, das Müllsortiersystem verständlich zu machen. „Für viele Menschen ist unser Mülltrennungssystem schwer zu verstehen“, sagte Rosario Cammalleri von der Fachstelle für Zuwanderung und Asyl des Landkreises. Der Kreis hat im Erloch einen der Wohnblöcke für die Flüchtlingsunterbringung angemietet, hat einen Hausmeister und eine Sozialarbeiterin beschäftigt, um in der Unterkunft für ein gedeihliches Miteinander zu sorgen. Insgesamt scheint im Erloch-Wohnquartier inzwischen einiges besser zu funktionieren. Die beiden Bewerber für das Bürgermeisteramt, Dominik Stadler (unabhängig) und Frank Zick (CDU) stellten sich im Anschluss an den Rundgang den Fragen der Teilnehmer. Erloch-spezifische Fragen bezogen sich vor allem auf den öffentlichen Nahverkehr und auf die Nahversorgung. Die Vorschläge reichten hier von Diensten, die ein- oder zweimal pro Woche das Viertel anfahren und die notwendigen Produkte aus dem Wagen heraus verkaufen oder Fahrdienste, die Senioren oder Menschen mit Einschränkungen zu den Märkten in Babenhausen fahren könnten. Eine gute Vernetzung der Nachbarschaft sei wichtig, auch um Fahrgemeinschaften oder Einkaufshilfen zu organisieren, meinte Stadler. Mit dem Quartiersmanagement, das bei Organisationen hilft, gebe es bereits eine gute Anlaufstelle. Ideen sammeln und auf ihre Umsetzbarkeit prüfen möchte Frank Zick, der ebenfalls auf das Quartiersmanagement verwies. Die meisten der gestellten Fragen kann weder ein amtierender Bürgermeister noch ein Bewerber auf das Amt beantworten. Der Grund: die Entscheidung beispielsweise darüber, wann welche Straßen von Bussen angefahren werden liegt schlicht nicht in der Zuständigkeit eines Rathauschefs. mel

Kommentare