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Freiwillige Feuerwehr Babenhausen:

„Corona“ – Erhebliche Auswirkungen bei den Floriansjüngern

So fröhlich zusammen sein wie in den Vorjahren beim Sommernachtsfest der Feuerwehr können die Bürger in diesem Jahr nicht.

Ein brennender Baumstumpf, eine vom Wasserdampf ausgelöste Brandmeldeanlage, die Meldung von unklarer Rauchentwicklung – in den vergangenen Wochen waren die Einsätze der Babenhäuser Stützpunkt-Feuerwehr nicht spektakulär.

„Zum Glück gab es keine Großeinsätze“, sagt der Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr, Werner Flechsenhar. Bei der hohen Waldbrandgefahr, die nach vielen Wochen der Trockenheit bis Ende April geherrscht hatte, kann man wohl wirklich von Glück reden. Denn seit März sind die Einsätze für die Feuerwehren eine noch weit größere Herausforderung als üblich. Der Grund ist natürlich die Corona-Pandemie, die auch auf die Arbeit der Ehrenamtlichen erhebliche Auswirkungen hat.
In einem separaten Erlass hat das Land Hessen geregelt, was die Feuerwehren in Corona-Zeiten noch dürfen und was nicht. Die Liste der Verbote ist lang und sie beeinträchtigt die Arbeit der Einsatzkräfte. „Der Erlass betrifft zuerst die Einsatzkräfte, die älter als 60 Jahre sind und nicht mehr zum aktiven Dienst kommen dürfen“, sagt Werner Flechsenhar. Auch er selbst sei davon betroffen, weshalb er nun nicht mehr das Feuerwehrhaus betreten darf. Die aktiven Feuerwehrleute, die wegen ihres Alters einer Risikogruppe zugeordnet werden und zu Hause bleiben müssen, fehlten nun. „Unsere Schlagzahl ist nun natürlich verringert“, sagt der Pressesprecher.
Die verbliebenen Einsatzkräfte müssen sich nun ebenfalls an die Abstandsregeln halten. Im Zweifel bedeute dies, dass die Feuerwehren mit mehreren Fahrzeugen zum Einsatzort fahren, damit sich pro Wagen die Zahl der Personen reduziert und die Abstände eingehalten werden können. Auch für die Feuerwehrmänner und -frauen ist die Gesichtsmaske Pflicht. Nach den Einsätzen dürften nur noch die Fahrzeuge nachbereitet werden, die Einsätze selbst dagegen nicht.
„Es gibt keinen Austausch mehr zwischen den Feuerwehrleuten. Jeder geht sofort nach Hause, weil sich keine Gruppen bilden dürfen“, erzählt Werner Flechsenhar. Dabei sei es mitunter wichtig, dass die Einsatzkräfte die Ereignisse noch einmal besprechen und verarbeiten. Besonders dann, wenn bei Verkehrsunfällen, Bränden oder anderen Einsätzen Menschen gerettet werden müssen. Denn dies fordert die Ehrenamtlichen nicht nur körperlich, sondern verlangt ihnen auch psychisch viel ab.
Überhaupt fehle das kameradschaftliche Element der Feuerwehrarbeit fast vollständig. Die wöchentlichen Treffen am Donnerstagabend sind nicht mehr möglich, Übungen, Schulungen und Fortbildungen sind bis auf Weiteres ausgesetzt. „Es gibt inzwischen erste Wehren, die versuchen, online Schulungen anzubieten“, weiß Flechsenhar. „Es dürfte schwierig sein, die Inhalte so zu vermitteln, dass es den gleichen Nutzen hat wie eine gewöhnliche Schulung. Außerdem muss die digitale Infrastruktur zur Verfügung stehen.“
Auf digitale Medien greifen die Feuerwehrkameraden nun ebenfalls zurück. Mit WhatsApp, Facebook, E-Mail bleiben die aktiven und passiven Mitglieder in Kontakt. Außerdem gibt es Skype und die Möglichkeit von Telefonkonferenzen. All das ersetzt aber nicht den persönlichen Austausch. Das gilt besonders für die Feuerwehr-Jugend.
„Den Löschfüchsen – also unseren jüngsten Mitgliedern – könnte man sowieso nicht vermitteln, warum sie nun Abstand von ihren Freunden halten sollen. Viele spielerische Übungen wären nicht möglich. So muss der soziale Kontakt ganz unterbleiben“, schildert der Feuerwehr-Sprecher.
Besonders bedauerlich ist die Absage des Sommernachtsfestes. Am dritten Wochenende im Juli sollte die große Traditionsveranstaltung wieder viele Babenhäuser Bürger und auswärtige Gäste auf das Feuerwehrgelände locken – mit Live-Musik, gutem Essen und verschiedenen Aktionen rund um die Arbeit der Feuerwehrkameraden. Doch auch das Sommernachtsfest fällt unter das Verbot von Großveranstaltungen.
„Die Absage bedeutet für die Feuerwehr einen enormen Einschnitt in das Vereinsleben und in die Vereinskasse“, sagt Werner Flechsenhar. „Auch für die Bürger von Babenhausen ist unser Sommernachtsfest ein großes Ereignis und ein wichtiger Teil des sozialen und gesellschaftlichen Lebens. Das fällt nun alles weg.“     mel

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