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Reit- und Fahrverein Babenhausen − Im Portrait:

Die Harmonie muss stimmen: Reitausbilderin Corinna Winter

Seit 2014 gibt Corinna Winter Reitunterricht auf den Schulpferden des Reit- und Fahrvereins.

Bereits seit vier Jahren ist Corinna Winter Reitausbilderin beim Reit- und Fahrverein Babenhausen. Im Juli dieses Jahres wurde sie dort fest angestellt und hat damit den Großteil der Reitausbildung im Verein übernommen. In der ersten Oktoberwoche steht nun wieder ein Reitabzeichen-Lehrgang unter der Leitung von Corinna Winter an.

Wer Corinna Winter in ihren Reitstunden beim Reit- und Fahrverein Babenhausen (RuF) erlebt, dem fallen vor allem zwei Dinge auf: genaue Vorstellungen und ein genaues Auge. „Ich glaube, dass ich in meinem Unterricht viel auf das Pferd und gar nicht so viel auf den perfekten Sitz achte. Ich finde es nicht so wichtig, ob jemand da gerade drauf sitzt oder auf dem richtigen Fuß leichttrabt. Sitz ist aber ja auch nicht nur ordentlich draufsitzen, sondern auch die Frage, wie der Reiter auf das Pferd einwirkt. Mir ist wichtig, dass Pferd und Reiter harmonieren und die Steuerung oben stimmt“, sagt die 46-Jährige. Ein großes Hindernis, mit dem sie sich immer wieder konfrontiert sieht, kann dabei die Angst sein. „Ich finde es ganz schlimm, wenn man Angst vor dem Tier hat“, sagt Winter. „Dieses ‚Ich will reiten lernen, hab aber die Hosen gestrichen voll‘ geht nicht, weil man das nie überwinden kann.“ Natürlich solle man Respekt vor den Tieren haben und könne auch mal in einer Situation Angst bekommen, man dürfe aber nicht schon mit Angst aufsitzen, erklärt die Reitlehrerin.
In ihrem eigenen Reiterleben hatte Winter lange Zeit nichts mit Angst zu tun. Beide Großväter waren Pferdeleute – einer ritt im Krieg und einer war im Fuhrwerk zu Hause. So nahm Opa sie schon als Kind mit zu einem befreundeten Pferdebesitzer und setzte sie einfach auf den Pferderücken. Mit ihrem Vater fuhr sie außerdem oft zu einem Pferdeverleih und im Urlaub ging es immer dorthin, wo es Pferde gab. „Das war Bedingung“, sagt Winter. „Da bin ich dann in Trainingsanzug und Gummistiefeln drauf gesetzt worden, an den Strick und mit den anderen ausreiten gegangen.“
Richtigen Reitunterricht hatte Corinna Winter nie. „Mein Vater und mein Opa hatten nicht viel Ahnung. Die haben sich einfach aufs Pferd gesetzt und sind geritten. Unterricht hatte niemand von uns.“ Erst durch die Besitzerin ihres ersten Pflegepferdes kam Winter mit zehn Jahren an einige Reitstunden. „Das war zumindest soweit gut, dass ich mal wusste, was ich da oben überhaupt mache“, erinnert sie sich. „Scheinbar konnte ich es aber ganz gut und weil ich ja nicht so richtig wusste, was ich tat, hatte ich auch nie Angst.“ So setzte man sie auf so ziemlich jedes Pferd am Stall. Auch bei Hubertusjagden sei sie bereits als Kind oft dabei gewesen. „Mein Opa hat mich immer mitgenommen. Da bin ich vorher schon immer mit aufs Stelldichein und in den Stopps dann die Riesenpferde von unseren Bekannten trockengeritten.“
Auch mit ihrem ersten eigenen Pferd, dem Fuchsschecken Apache, war Corinna Winter auf vielen Jagden unterwegs. Eher durch Zufall war die damals 18-Jährige an den Wallach gekommen. Was folgte, war viel Arbeit: „Der hat mit mir wirklich alles getrieben. Ich bin mit ihm vom Stall weggelaufen und du konntest sicher sein, dass er in fünf Minuten allein zurückkommt. Die werden sich am Stall wahrscheinlich alle kaputt gelacht haben“, erzählt Winter. „Nur wenn ich drauf saß, war alles gut. Da hatte ich das einigermaßen im Griff.“ Nachdem sie 1985 bereits ihren Reitpass abgelegt hatte, kamen mit Apache alle weiteren Abzeichen dazu: Berittführer, Kleines und Bronzenes Reitabzeichen, Longier-Abzeichen und schließlich auch der Trainerschein im Jahr 2003, auf den gleich der erste Job als Reitausbilderin am Reitstall Winter (nicht verwandt oder verschwägert) in Oberts-hausen folgte. Wenig später leitete Winter ihren ersten Reitabzeichen-Lehrgang und legte dabei gleich noch selbst ihr Silbernes Reitabzeichen ab. Nach drei Jahren wechselte Corinna Winter an die damals neue Reitanlage Oberwald in Weiskirchen, wo sie unter anderem mit ihrer Stute Teba Reitunterricht gab. Neben ihren Jobs als Reitlehrerin und Bereiterin und Ausbildungen bei Polizei und Tierarzt war Winter mit ihren Pferden immer auch in den verschiedensten Disziplinen auf Turnieren unterwegs. „Alle meine Pferde werden Allround ausgebildet und gehen alles – Jagd, Gelände, Springen, Geschicklichkeitsparcours, Dressur“, erzählt die 46-Jährige.
Mit ihrer heutigen Stute Aurora konnte Winter schließlich keinen privaten Reitunterricht mehr geben. „Aurora mochte das nie. Sie hat das von vornherein abgelehnt und mag keinen Reiterwechsel. Den Schulbetrieb verträgt halt einfach nicht jedes Pferd“, erklärt Winter. So verschlug es sie nicht nur nach Offenthal, sondern im Jahr 2014 auch noch nach Babenhausen. Angefangen mit zwei Unterrichtstagen und einer Longenstunde, übernahm Winter im RuF irgendwann noch einen dritten Tag. Seit Juli dieses Jahres hält sie als fest angestellte Ausbilderin die Reitstunden an fünf Tagen in der Woche.
Neben den Reitstunden gehören hier auch die regelmäßigen Abzeichen-Lehrgänge des RuF zu ihren Aufgaben. In der ersten Oktoberwoche wird Winter bereits ihren neunten Lehrgang für den RuF leiten. „Solche Lehrgänge sind mir sehr wichtig und ich habe sie auch schon immer gerne gemacht. Gerade die Kleinen lernen dabei unwahrscheinlich viel. Dann reiten sie einfach mal mehrere Tage am Stück und die Motivation ist auch eine ganz andere. Die Kinder sind im Lehrgang viel ehrgeiziger, wollen was erreichen“, so Winter. In den bisherigen Lehrgängen beim RuF unter Winters Leitung konnten alle Reiter die Prüfungen stets erfolgreich bestehen. Einen solch erfolgreichen Ausgang wünscht sich die Reitausbilderin auch für den kommenden Lehrgang.      lao

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