Geändert hat sich bereits einiges: Aus sechs einzelnen Kirchengemeinden wurde eine Gesamtkirchengemeinde mit einem einzigen Kirchenvorstand. Der zeichnet sich nun verantwortlich für Bau, Personal und Finanzen der Gesamtkirchengemeinde. So wurden beispielsweise verschiedene Baumaßnahmen beschlossen: In Schaafheim wird in Kürze das Kirchdach umfangreich saniert, und auch für die Hergershäuser Dorfkirche steht eine umfangreiche Sanierung vom Dach über die Wände bis zur Heizung und der Elektrik an. Gemeinsam wurde vom Ortskirchenausschuss und der Babenhäuser Pfarrerin Andrea Rudersdorf die Aktion „Kleinod in Not“ ausgerufen, um die schicke Dorfkirche zu retten. Diese rief nicht nur bei den Hergershäuser Bürgerinnen und Bürger und darüber hinaus vielfältige Unterstützung hervor, sondern auch mediales Interesse. Seit einem Jahr gibt es den gemeinsamen Gemeindebrief für alle sechs Orte. Ein Team von haupt- und ehrenamtlichen schreibt Texte, Kirchenvorsteherin Nathalie Weidmann gestaltet den Gemeindebrief und andere teilen ihn aus. Gab es vorher in Schaafheim keinen Gemeindebrief mehr und in Sickenhofen nur einen dünnen, so werden jetzt die Gemeindeglieder – je nach Ausgabe – über 48 bis 60 Seiten gut informiert und erfahren auch etwas darüber, was in den anderen Orten geschieht. Der Schaafheimer Torben Weinkauf hat die gemeinsame Webseite babenhausen-schaafheim-evangelisch.ekhn.de eingerichtet und aktualisiert sie regelmäßig. In Babenhausen wurde das gemeinsame Gemeindebüro gebildet, was besonders für die kleinen Gemeinden eine höhere Erreichbarkeit bedeutet – wie hilfreich das ist, zeigt sich besonders in Urlaubs- und Krankheitszeiten. Derzeit sind zwei Pfarrperson und eine Verwaltungskraft erkrankt. So wird zusammengestanden: Die Pfarrerinnen und Pfarrer bilden das Verkündigungsteam. Sie kümmern sich gemeinsam um Gottesdienste, Seelsorge und Bildung in den Kindertagesstätten der Gemeinde sowie im Schul- und Konfirmandenunterricht. Der wird beispielsweise in Babenhausen, Harreshausen sowie Sickenhofen und Hergershausen gemeinsam gestaltet. Sichtbar wird es darin, dass die Jugendlichen gemeinsam Erarbeitetes in den einzelnen Ort einbringen, so beispielsweise bei den Erntedankgottesdiensten oder in Kürze beim Volkstrauertag. „Hier wird deutlich, was Kirche künftig bedeutet,“ meint Pfarrer Ulrich Möbus, „manches wird zentral zusammengefasst und doch bleiben wir vor Ort präsent und aktiv.“ Und Pfarrerin Andrea Rudersdorf ergänzt: „Ein Ab- und Zu-Geben ist nötig, aber dann schaffen wir es zum Beispiel, dass an Heiligabend in allen Orten schöne Gottesdienste mit einem von uns Pfarrern gefeiert wird.“ Angesichts dessen, dass die Sickenhöfer Pfarrerin Elke Becker langzeitig erkrankt ist, tragen die vier verbliebenen Pfarrpersonen mit den Kirchenvorständen die Arbeit vor Ort. Gemeinsame Gottesdienste werden gerne und mit Freude gefeiert, nur muss man sich dafür aufmachen. Es gibt weiterhin Gottesdienste in den einzelnen Kirchen, aber die Zahl wird reduziert und stärker auf einander abgestimmt. Schließlich nimmt auch die Zahl der Gottesdienstbesucher ab. Künftig wird man entscheiden müssen, für welche Gebäude das knapper werdende Geld eingesetzt wird, und welche Aufgaben das Pfarrpersonal übernimmt – schließlich werden die Pfarrstellen von ehemals fünf auf künftig (ab 2028) 3,5 Stellen reduziert. Hintergrund ist, dass es wie in vielen anderen Berufen auch bei Pfarrern Personalmangel gibt, und dass bedingt durch Austritte und den demografischen Wandel weniger Finanzmittel für Gebäude, Personal und Arbeit vorhanden ist. „Kirche wird künftig da sein, wo Menschen sich für Kirche engagieren“, meint Pfarrer Ulrich Möbus, „wir Pfarrer werden Menschen seelsorgerlich und verkündigend begleiten sowie die engagierten Menschen fördern und unterstützen, aber künftig gilt nicht mehr: Kirche ist, wo ein Kirchturm steht und ein Pfarrer sitzt, sondern wo sich Menschen in ihr engagieren.“ Viele Aufgaben werden derzeit schon von vielen Schultern getragen. Im nächsten Jahr wird der Kirchenvorstand neu gewählt, und dafür werden jetzt Kandidatinnen und Kandidaten gesucht: Menschen, die sich interessieren für Zahlen und Verwaltung, für Bau und Personalführung, die sich Problemen stellen und Lösungen suchen, die Verantwortung und Leitung übernehmen. Daneben wird es die sogenannten Ortskirchenausschüsse geben, die sich für das Gemeindeleben vor Ort engagieren. Der Kirchenvorstand bleibt im Gespräch und lädt als nächstes am 8. November in Harreshausen zur Gemeindeversammlung nach dem Gottesdienst um 9.30 Uhr in der Evang. Kirche, Gersprenzstraße 20, ein. Die Gemeindeversammlungen finden in Schlierbach am 22. November und in Schaafheim am 29.11. statt. Pfarrer Ulrich Möbus

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