Die Gesellschaft, die zum ökumenischen Pfingstgottesdienst in Babenhausens Mitte zusammengekommen ist, nimmt es mit Humor. Überhaupt wählen einige Pfarrer einen humorvollen Einstieg in ihre Ansprachen, um später zu nachdenkenswerten Themen überzuleiten. Die Idee für seine Ansprache sei ihm eher spontan am Bierstand gekommen, sagt beispielsweise Pfarrer Ulrich Möbus. Die Geschichte des Grundschülers Ben kam ihm in den Sinn, der oft nicht am Unterricht teilnehmen möchte, manchmal kaum zu überreden ist, wenigstens in den Klassenraum zu kommen. Erst, als er in die Hocke ging, um auf Augenhöhe mit Ben sprechen zu können, sei der Schüler ins Nachdenken gekommen, sagt Möbus. „So macht es Jesus auch mit jedem von uns. Er begibt sich auf Augenhöhe mit den Menschen und kommt auch hinter die verschlossenen Türen zu den Verzweifelten und Zweifelnden.“ Burkhard Heupel, Pastor der Emmaus-Gemeinde, überrascht die Gottesdienstbesucher mit seinem Auftritt als Straßenreiniger.
In gelber Warnweste, mit Besen und einem Teppich, unter den die schwierigen Themen oft gekehrt werden, kommt er auf die kleine Bühne vor der Kirche.
„Die Straßenreiniger kehren den ganzen Tag den Schmutz weg, und auch wir sind unentwegt mit putzen und kehren beschäftigt. Doch die Besen machen nur oberflächlich sauber. Ich würde mir einen Besen wünschen, der auch die Seele reinigt, meine Beziehungen zu anderen Menschen aufräumt und mich mit mir selbst ins Reine bringt“, sagt der Pastor. Zuvor hatten die Gäste „O Heiliger Geist, kehr bei uns ein“ gesungen. Manchmal wünsche er sich, sagt Burkhard Heupel, dass der Heilige Geist nicht nur ein- sondern auch auskehre, Sünde und Schuld entferne, damit Freundlichkeit, Sanftmut und Geduld in jeden Menschen einziehen können.
Johannes Vogt, Pastor des Gospelhauses, spricht vom Atem, den Jesus seinen Jüngern eingehaucht hatte. „Sie brauchten Gottes Geist, als eine Kraft, die sie trägt.“ Bernhard Schüpke von der katholischen Pfarrei Christophorus, Dieburger Land stellt den Begriff „Frieden“ in den Mittelpunkt seiner Ansprache und Pfarrerin Andrea Rudersdorf ermutigt die Anwesenden, daran zu glauben, dass der Geist von Pfingsten auch heute Wunder bewirken kann. Gott habe den Menschen die Fähigkeit gegeben, einander zuzuhören füreinander da und hoffnungsvoll zu sein.
Dem ökumenischen Pfingstgottesdienst schloss sich ein geselliges Pfingstfest an mit Bewirtung durch die Freiwillige Feuerwehr, durch das Babenhäuser Blasorchester und den Lebensmittelpunkt. mel
Rubrik: Babenhausen und Umgebung
03.06.2026



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