Deutsches Rotes Kreuz Ortsverein Babenhausen Tschüss VW T3 – Neues Einsatzfahrzeug in den Dienst gestellt

Der cremefarbene VW T3 des Babenhäuser DRK-Ortsvereins ist mehr als ein Transportfahrzeug. Er ist ein Auto, das für die Rettungseinsätze unverzichtbar war, das mit vielen Erinnerungen und Emotionen verbunden ist und an das auch die Pragmatiker unter den DRK-Mitgliedern ihr Herz gehängt haben.

Niemandem fällt an diesem Samstagnachmittag der Abschied leicht. Und doch freuen sich die Ehrenamtlichen und die Gäste der akademischen Feier darüber, dass der über 40 Jahre alte Transporter einen neuen Besitzer gefunden hat und es bereits einen Nachfolger gibt: Einen VW Tiguan, der im Rahmen der Feierlichkeiten in Dienst gestellt wurde.
Es war ein langer und letztlich sehr erfolgreicher Weg, den das Babenhäuser DRK ging, um für das alte Rettungsfahrzeug einen neuen Besitzer und für den T3 ein modernes Ersatzfahrzeug zu finden. Die Mitglieder rührten die Werbetrommel, warben Spenden ein, fanden Kooperationspartner und krönten schließlich die Kampagne mit einer originellen Versteigerung, bei der Elvis-Imitator Rick Mainfield als Auktionator auftrat. Sein Ziel: die Gebote nach oben zu treiben und den historischen VW-Bus schließlich an den Höchstbietenden zu versteigern.
8.500 Euro fehlten noch, um den Erwerb und den Umbau des neuen Einsatzfahrzeugs abschließen zu können. Und so hoch war auch das Einstiegsgebot. Zwei Bieter waren vor Ort in der Babenhäuser Stadthalle. Alexandra Bork vom DRK-Vorstand hatte einen weiteren Bieter am Telefon. Er war es auch, der den Zuschlag bekam. Für 9.300 Euro ersteigerte Klaus Stein aus dem Kreis Offenbach den ehemaligen DRK-Einsatzwagen. Auf den erfolgreichen Abschluss der Versteigerung gab Rick Mainfield alias Elvis ein Ständchen. „Love me tender“ hatten sich die Gäste gewünscht, und der Song des „King“ passte auch irgendwie. Denn die Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes hatten ihr Fahrzeug über vier Jahrzehnte durchaus liebgewonnen.
„Es war 1986 eine meiner ersten Amtshandlungen als erster Vorsitzender des DRK, ein neues Fahrzeug zu beschaffen“, erzählte Helmut Fendt, der bis heute dem Verein vorsteht. Die Situation war damals genauso wie heute: das alte Fahrzeug kam nicht mehr über den TÜV, ein neues, moderneres Auto musste her. Nach einiger Suche fand der DRK-Vorstand einen VW T3. Er war damals schon eine Anschaffung aus zweiter Hand. 8.500 D-Mark kostete der Einsatzwagen und leistete rund 40 Jahre lang zuverlässig seinen Dienst.
Bis 1995 war er auch für die Freiwillige Feuerwehr im Einsatz. Zudem wurde es von der Hunderettungsstaffel genutzt und bei etlichen Blutspendediensten eingesetzt. Heute hat der T3 einen Kilometerstand von 103.000 und neben seinem Restwert von 8.500 Euro auch einen hohen emotionalen Wert. Um ein neues Auto kaufen und ausstatten zu können, brauchte das DRK rund 20.000 Euro. Der DRK-Kreisverband trat in Vorleistung, während sich der Babenhäuser Ortsverein zusammen mit Projektleiter Björn Bork an die geplante Crowd-Funding-Aktion machte. 10.715 Euro kamen durch Spenden zusammen, die VR-Bank Dreieich-Offenbach gab 1.620 Euro dazu. Mit dem Betrag aus der Versteigerung wurde das Ziel nun erreicht.
„Die Einsatzmittel sind Voraussetzung dafür, dass die EinsatzDeutsches
Rotes Kreuz Ortsverein Babenhausen:
Tschüss VW T3 – Neues Einsatzfahrzeug in den Dienst gestelltkräfte ihre Arbeit optimal machen können“, sagte Kreisbrandinspektor Matthias Maurer-Hardt, der als Gastredner geladen war. Er betonte die Wichtigkeit der Voraushelfer, zu denen auch eine Gruppe des Babenhäuser DRK gehört. Bei Crowd-Funding-Projekten reagierten manche zunächst mit einem Stirnrunzeln und der Frage, ob das denn funktionieren könne. Das DRK Babenhausen habe auf eindrückliche Weise gezeigt, dass die Finanzierung auf diese Art zum Erfolg führen könne.
Das Nachfolgeauto, das dem DRK nun zur Verfügung steht, ist ein ehemaliges Feuerwehrfahrzeug. An diesem wurden bereits etliche Vorarbeiten geleistet. Die alte Folierung wurde entfernt und durch eine neue für ein Rettungsfahrzeug ersetzt. In Pfungstadt wurde das Auto aufbereitet, in Mühltal neu foliert. In Groß-Umstadt wurde die Funktechnik aufbereitet und neu programmiert. Durch eine Spende des DRK Starkenburg konnten außerdem die Sanitätsrucksäcke vervollständigt werden, die das neue Auto stets mit sich führt.
Pfarrerin Andreas Rudersdorf von der evangelischen Gesamtkirchengemeinde und Mareike Böhm von der katholischen Pfarrer St. Christophorus segneten das neue Einsatzfahrzeug. Sie hoben das Engagement der Ehrenamtlichen hervor und betonten, wie wichtig es sei, den eigenen Visionen und Träumen treu zu bleiben.      mel

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