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ASV Harreshausen 1969

Gründungsmitglied Franz Utmelleki bei Jubiläumsfeier geehrt

Franz Utmelleki Junior, 1.Vorsitzender Michael Göttsch, Gründungsmitglied Franz Utmelleki Senior, Landrat Klaus Peter Schellhaas, 2.Vorsitzende Maria Farruggio, Reinhard Rupprecht (v.li.).

Das Wetter hätte nicht besser sein können und so strömten auch viele Ausflügler in Richtung Harreshausen, wo am östlichen Ortsende das idyllische Gelände des Angelsportvereins ASV Harreshausen 1969 e.V. zum Festgelände umfunktioniert war.
Seit 50 Jahren bewirtschaften die Hobby-Angler mit außergewöhnlichem Aufwand den ehemaligen Baggersee, der ursprünglich dem Kiesabbau diente und mit viel Engagement für Tiere und Umwelt naturnah gestaltet ist.

Ein Gründungsmitglied ist ungebremst von der ersten Stunde bis heute dabei und ohne Zweifel noch immer eine sehr große Unterstützung für den jungen Vorstand. Maria Farruggio und Michael Göttsch, die Vorsitzenden seit 2014, können sich an keinen Arbeitseinsatz erinnern, an dem Franz Utmelleki Senior nicht dabei war und obwohl er über 84 Jahre alt sei, müsse man ihm heute noch „den Besen fast aus der Hand nehmen“, wie der erste Vorsitzende Göttsch schmunzelnd erklärt. Franz Utmelleki war außerdem viele Jahre lang Gewässerwart und auch die Jugendarbeit hat er sehr früh schon als wichtig erkannt und den Posten des Jugendwartes lange innegehabt. Für seine langjährigen Verdienste wurde ihm am Pfingstsonntag bei der Jubiläumsfeier des Vereins das „Goldene Verdienstabzeichen vom Hessischen Fischerei-Verband“ verliehen. Dazu war Landrat Klaus Peter Schellhaas angereist, der im dicht besetzten Bierzelt eine Lobesrede auf den engagierten Angler hielt, der auch maßgeblich für den Bau des Vereinsheims 2003-2005 verantwortlich war. Für den Verein hatte Schellhaas zum Jubiläum die „Ehrentafel des Verbandes der Hessischen Fischer“ im Gepäck.
Die „Goldene Verdienstnadel der Stadt Babenhausen“ verlieh Reinhard Rupprecht im Namen des Bürgermeisters Achim Knoke und vom Verein wurde dem „Vater des Vereins“ sichtlich bewegt ein Pokal überreicht.
Der Sohn des Geehrten, Franz Utmelliki Junior, war der Vorgänger des jetzigen Vorstandes und von 2007-2014 an der Spitze des Vereins. Er weiß, wie sehr sein Vater für den Verein mit Leidenschaft aufging und wie wichtig ihm stets eine naturnahe Bewirtschaftung der Seeanlage war. Auch heute noch berät der gebürtige Donauschwabe, um den biologischen Kreislauf der Gewässer mit Pflanzen und Tieren auszubalancieren. Zu dem etwa 1,8 Hektar großen See gehören noch rund vier Kilometer Bachlauf der nahen Gersprenz, die ebenfalls sehr gerne zum Angeln genutzt werden. Unter den rund 80 Mitgliedern sind 35 aktive Angler dabei. Im Bereich Jugendarbeit gehen die Jugendlichen regelmäßig mit den Gewässerwarten Thomas Schlarb und Kevin Kuhn angeln und es besteht ein Austauschprogramm mit einem befreundeten Verein im Taunus. Die Jugendgruppe wurde schon vor vielen Jahren von Franz Utmelliki Senior ins Leben gerufen, als andere Vereine noch lange nicht an aktive Jugendarbeit dachten. Das zahlt sich heute aus, denn im Vorstand sind ungewöhnlich viele jüngere Leute, die sich mit viel Einsatz um Naturschutz und naturnahe Gewässerbewirtschaftung bemühen. Auch die regelmäßige Teilnahme an den Ferienspielen ist Teil der Aufgabe, junge Menschen für den Angelsport und Naturschutz zu gewinnen.
Der See ist an seiner tiefsten Stelle etwa zwölf Meter tief und da er aus vier Quellen gespeist wird, auch sehr kalt, weiß Kevin Kuhn zu berichten. Er führt am Jubiläumstag viele interessierte Gruppen um den See und erklärt, welche Maßnahmen in letzter Zeit vorgenommen wurden, um den Fischen Unterschlupf und somit Schutz vor Sonne und Kormoran zu bieten: Seerosen wurden angepflanzt und Totholz im See belassen. Dadurch entstehen Biotope: Muscheln setzen sich am Holz an, die von den größeren Weißfischen genascht werden. Durch die Verrottung des Holzes entstehen Mikroorganismen, die von Kleintieren gefressen werden, die wiederum den größeren Fischen als Futter dienen. Im Idealfall müsse man durch diese Nahrungspyramide nicht zufüttern, so Kuhn. Lediglich das Anfüttern mit Teigkügelchen aus Mais, Linsen und Weizen sei noch nötig, damit sich Sammelstellen bilden, die dann mit etwas Anglerglück und einem zappelnden Wurm am Haken leicht beangelt werden können. Im See tummeln sich Karpfen, Hechte, Zander, Barsche, Rotaugen und Rotfedern, Schleien, Brassen, Aal und viele andere Weiß- und Edelfische. Auch zwei ungebetene Gäste gibt es: Gelbschildkröten haben sich einquartiert. „Da es sich aber um zwei Weibchen handelt, dürfen sie bleiben!“ schmunzelt Kuhn. Eine Trauerweide wurde gesetzt und dient fortan als Kinderstube, Unterschlupf und Schattenspender. Eingepflockte Wasserpflanzen dienen als Laich- und Pflanzenschutzzone, am Ostufer waren früher große Bäume, die abgeholzt wurden, um an der Laichzone bessere Konditionen zu schaffen. Man lernt sehr viel bei den Seerundgängen und bestimmt sind auch ein paar Gäste dabei, die jetzt selbst Lust auf den Angelsport bekommen haben.
Oben auf der Straße vor dem Vereinsheim ist das Fest in vollem Gange und die 45 Helfer haben alle Hände voll zu tun, die zahlreichen Gäste mit Getränken und leckeren Forellengerichten oder Gegrilltem zu versorgen. Für Kinder ist eine Hüpfburg der Renner und auf Schautafeln erfährt man Einiges über den Verein. Die Jubiläumsfeier ist ein voller Erfolg und man sieht es dem Jubilar Franz Utmelleki an, dass es ihm Freude bereitet. Er hatte als Kind schon gerne in den vielen Seen seiner Heimat geangelt und als Dreißigjähriger den Angelsport als Hobby entdeckt. Seit seiner Rentenzeit angelte er fast täglich und er schwärmt von den vielen herrlichen Fangerlebnissen: sein größter Fang war ein 1,15 Meter langer Hecht mit einem stattlichen Gewicht von 24 Pfund, den man auch im Vereinsheim bewundern kann. Seit rund einem Jahr haben ihn gesundheitliche Probleme etwas kürzer treten lassen, bedauert er. Aber mit Ratschlägen stehe er den jungen Leuten vom Verein noch gerne zur Seite. Stellvertretende Vorsitzende Maria Farruggio unterstreicht, dass sie dafür auch sehr dankbar seien.
kb

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