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Noch mehr Sandabbau in Babenhausen

In Südhessen gibt es 30 Abbaubetriebe und viele wurden in den letzten 10 Jahren erweitert. Nun sollen nicht nur am Akazienhof Flächen für den Sandabbau von der Stadt Babenhausen bereitgestellt werden. Nein, am heutigen Donnerstag entscheidet die Stadtverordnetenversammlung über eine Magistratsvorlage, deren wesentlicher Inhalt die Verpachtung städtischer Waldflächen zur Erweiterung des Kiesabbaus der Firma Kaspar Weiss in südlicher Richtung ist. In mehreren Zeitungen wird berichtet, dass das Unternehmen die Rodung von 170.000 Quadratmeter intaktem Buchen- und Eichenwald plant.

Dies bedeutet in einem Ort an zwei Stellen für zwei unterschiedliche Unternehmen eine Erweiterung des Kiesabbaus. In ganz Hessen gehen mehr als 20.000 qm jeden Tag für die Natur verloren und nun so viel Fläche für den Rohstoff „Sand“ alleine in Babenhausen?
Es wird mit regionaler Rohstoffversorgung argumentiert. Diese ist definiert als Versorgung der Bauwirtschaft in Radius von 35 km mit Sand laut Regionalplan, denn Sand muss für spätere Generationen erhalten bleiben. Die Regionalversammlung soll die regionale Sandversorgung sicherstellen, aber keine Erweiterungen um jeden Preis zulassen. Auch nach Bergrecht steht der Schutz der Menschen vor den wirtschaftlichen Einzelinteressen der Sandabbaufirmen.
Zur gleichen Zeit in der Klimapakete beschlossen, der UN-Klimagipfel tagt und Millionen Menschen weltweit für Klimaschutz und gegen Klimaerwärmung auf die Straßen gehen, möchten die Lokalpolitiker Babenhäuser Wald unwiderruflich zunichte machen. Jeder Schüler hat in der Schule gelernt, dass Wälder Co2 speichern und es unter Bäumen kühl ist.
Wir fragen die Lokalpolitiker und die Fachbehörden, warum nicht nach ökologischen und klimafreundlichen Gesichtspunkten/Gutachten entschieden wird, wo und wie viel erweitert werden soll. Einzelne Unternehmen verbrauchen Naturraum, obwohl die Natur und die Menschen ihn dringend vor Ort brauchen.
Es gibt immer mehr Starksturmereignisse und Hitzeperioden mit Trockenheit in Babenhausen und seiner direkten Umgebung. Werden Zusammenhänge zwischen Extremwetterereignissen und immer größeren Seen und Sandabbaugebieten untersucht? Wird der Zusammenhang zwischen Sanderweiterung und der Veränderungen der Kaltluftzonen untersucht? Können die Veränderungen von Mikroklima zu Millionenschäden in unserer Region führen? Müssen wir bei Schäden die Rechnung für zusätzliche Erhitzung durch den fehlenden Wald bezahlen?
Die Entscheidung am Donnerstag führt zu weniger Kaltluftzonen in Babenhausen, viel Schwerlastverkehr und vor allem weniger Wald vor Ort. Denn es ist nicht klar, wo im Gemeindegebiet eine Rekultivierung überhaupt stattfinden kann. Somit könnte das Ergebnis eine Belastung mit mehr CO2 in unserer Region die Folge dieser Entscheidung sein. Solche Entscheidungen können die nächsten 8 - 15 Jahren nicht mehr rückgängig gemacht werden und der Wald vor Ort geht verloren.
Ich fordere von allen Politikern der Stadtverordnetenversammlung politischen Weitblick und eine Verschiebung der Abstimmung bis nötige weitere Gutachten eingeholt und transparent diskutiert wurden. Alle tragen große Verantwortung für unsere Umwelt und das Erreichen der Klimaziele in Deutschland.
    Sabine Schwöbel-Lehmann

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