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Der Abschied vom Wald, wie wir ihn kennen

Die deutschen Wälder sind in einem schlechten Zustand. Borkenkäferplagen, Trockenheit und Stürme machen ihnen bereits im dritten Jahr hintereinander zu schaffen. Wie auch schon in Babenhausen zu sehen, fallen ganze Waldstücke dem Käfer oder starken Stürmen zum Opfer.

Trotzdem beschloss die Mehrheit der Stadtverordneten in Babenhausen wertvollen Schutz- wald den Interessen eines Kiesunternehmens zu opfern, indem sie in einem Grundsatzbeschluss für die Rodung des Waldes stimmten. In keiner der Sitzungen wurde erwähnt, dass dieser widerstandsfähige und intakte Mischwald ein Schutzwald (56 ha)  laut hessischem Waldgesetz ist, wo z.B. wertvolle Pflanzen blühen. Als Schutzwald wird Wald bezeichnet, der in seinem Bestand und seiner äußeren Abgrenzung erhalten bleiben muss, da ihm besondere Bedeutung für das Klima, den Wasserhaushalt, den Bodenschutz, den Sichtschutz, den Lärmschutz oder die Luftreinigung zukommt. Weder der Bürgermeister noch die Stadtverordneten von CDU, SPD und FDP haben es nötig gehabt über diese Schutzfunktionen zu sprechen. Der Land- tagsabgeordnete, und Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion für Wald  Frank Diefenbach, war bei einen Waldspaziergang vor Ort und hat appelliert, dass alle Fakten auf den Tisch müssen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Solch einen Wald kann man nicht einfach auf zugeschüttete Erde in Jahrzehnten wieder herstellen oder an anderer Stelle aufgeforstet werden. Es hört sich an als wären die vielen Befürworter davon ausgegangen auf gerodeten oder zerstörten Waldflächen neu aufzuforsten. Da der Wald aber komplett zerstört wird, muss eine neue Waldfläche entstehen, das heißt landwirtschaftliche Fläche fällt für die Lebensmittelherstellung weg. Bei Forst- und Waldfachleuten ist angesichts der Tatsache, dass es im Ballungsraum Rhein-Main kaum geeignete Flächenressourcen für die Neuanpflanzung von Wald gibt, die Aussage des Bürgermeister Knoke in der Hessenschau es würden doppelt so viele Bäume gepflanzt, sehr fragwürdig. Der neue Wald kann alle Schutzfunktionen des zerstörten Schutzwaldes erst in vielen Jahrzehnten und vielleicht nie erreichen. Wer kann diese Verant- wortung für Generationen übernehmen den wertvollen Schutzwald zu zerstören und den Interessen eines Kiesunternehmens zu opfern.
Bei der letzten Erweiterung im Babenhäuser Stadtwald wurde gegenüber den beteiligten Genehmigungsbehörden, z.B. Forstbehörden, von einem Abbauzeitraum von 30 Jahren gesprochen. Mehrere Personen haben mir bestätigt, dass man vor 2040 nicht mit einer neuen Erweiterung gerechnet habe.
Auch wenn scheinbar weder die Fa. Kaspar Weiss noch viele Lokalpolitiker eine transparente Bürgerdiskussion wollen, können wir in Zukunft erheblichen Widerstand leisten. Wir brauchen die Schutzfunktionen des Waldes heute und in Zukunft.
Wenn Sie für den Erhalt des Schutzwaldes sind und gemeinsam mit mir kämpfen wollen, dann nehmen Sie mit mir Kontakt unter mail[at]bi-schaafheim[dot]de  auf.   

Bürgerinitiative Schaafheim,
Sabine Schwöbel-Lehmann

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Kommentare

Abschied vom Wald, wie wir ihn kennen.

Sehr geehrte Frau Schwöbel-Lehmann, seit Wochen schreiben Sie einen Leserbrief nach dem anderen mit dem Ziel die Rodung von Wald in der Gemarkung Babenhausen zu verhindern. Was könnte der Grund sein, dass Sie relativ wenig Gehör bzw. Unterstützer in Babenhausen finden konnten? Vielleicht haben Sie argumentativ etwas zu dick aufgetragen und dem von Ihnen als Schutzwald geadelten Waldstück einen Bärendienst erwiesen? Ihre Katastrophen-Propaganda, das Spiel mit der Angst, hat offensichtlich in Babenhausen die Halbwertszeit von Schall und Rauch. Die Kassandra-Rufe vom Waldsterben 2.0, vom drohenden Sauerstoffdefizit innerhalb des Stadtgebietes oder dem grausamen Hitzetot, lockt in unserer Stadt und den Ortsteilen, wie man im Volksmund sagt, noch nicht einmal einen Hund hinter dem Ofen hervor. Da hilft es auch nicht, wenn der Grüne „Waldschützer“ und Landtagsabgeordneter Frank Diefenbach (im Zivilberuf Lehrer für Sozialkunde und Geschichte) als „Experte“ durch den Forst stiefelt und in den üblichen linksgrünen „Alibiphrasen“ fordert, „dass alle Fakten auf den Tisch müssten“ usw. Da hat selbst der geschützte „Breitmaulfrosch“ im gemütlichen Unterholz nur ein müdes Lächeln übrig. Dem großartigen deutschen Wald geht es mal gut und auch sicherlich in manchen Jahren mal weniger gut. Borkenkäfer, Trockenperioden, schwere Stürme, in harten Wintermonaten hohe Schneelasten und viele andere Widrigkeiten sind meist lokal wirkende natürliche Feinde unserer Wälder. Bäume können zwar nicht weglaufen, wenn Gefahr droht, aber sie haben im Laufe der langen Evolutionszeit gelernt sich erfolgreich zu wehren. Wenn nun ein Stück Wald gerodet werden muss, um einem für Babenhausen wichtigen Gewerbeunternehmen die Geschäftsgrundlage zu sichern, ist der Verlust einer Waldparzelle durchaus hinzunehmen, zu mal eine Ersatzaufforstung zwingend erfolgen muss. Liebe Frau SL., es mag in Schaafheim, wo Sie wohnen, anders aussehen, aber Babenhausen hat zur Zeit andere Sorgen; die Stadt steht schon jetzt finanziell mit dem Rücken an der Wand. Riesige Steuerausfälle drohen und auch Gewerbesteuer-Rückzahlungen sind nicht auszuschließen. Alle Einwohner haften bzw. sind in die städtisch-fiskalische Situation mittelbar und auch unmittelbar eingebunden, wie die kürzlich eingeführte wiederkehrende Straßengebühr deutlich zeigt. Welche Steuern oder Gebühren noch erhöht werden müssen, bleibt abzuwarten. Handel und Wandel sind für Prosperität einer Kommune von außerordentlicher Bedeutung, denn es gilt der alte Spruch, schon Adenauer benutzte ihn gelegentlich, „wo Du nicht bist Herr Organist, da schweigen alle Flöten“. Das Gewerbewesen einer Stadt, ist wie das Salz in der Suppe, denn ohne ein blühendes Geschäftsleben wird das Dasein fade, eintönig, freudlos und die Abhängigkeiten von irgendwelchen Zuschüssen immer größer. An dieser Stelle einen Dank an alle Gewerbetreibenden in der Stadt und den Ortsteilen. Ohne diese mutigen Leute verliert eine Stadt jegliche Authentizität. Der ausgezeichnete Leserbrief vom 11.11.19, „Die Scheinheiligen sind unter uns“ von Eckard Paul aus Harpertshausen, verdeutlicht am Beispiel der Fa. Conti, mit welchen hausgemachten, irren Belastungen auch hiesige Unternehmen zu kämpfen haben. Diesen Brief sollte sich der Grüne „Baumexperte“ F. Diefenbach einmal sorgfältig durchlesen. Dazu passt die Meldung, dass in diesen Tagen die Zwei Kühltürme des AKW Philippsburg gesprengt wurden. Eine der modernsten und sichersten Kraftwerke in Europa, Wert ca. 3 Milliarden, wird einfach plattgemacht - Nobel geht die Welt zu Grunde. Doch zurück ins vertraute Babenhausen und dem vergeblichen Versuch die Rodung von Bäumen zu verhindern. Trotz beachtlichem Engagement ist es nicht gelungen, genügend Unterstützung in der Bevölkerung zu generieren, so dass der Erfolg ausblieb bzw. scheitern mußte. Die Redensart „wer einmal lügt (oder maßlos übertreibt), dem glaubt man nicht, auch wenn er die Wahrheit spricht, könnte hier durchaus greifen. Es ist sicherlich schwer zu akzeptieren, dass ein bestimmt kraftraubender Einsatz, die investierte Zeit, vergeblich war. So vergeblich und nutzlos wie der Kampf von Don Quijote, der unterstützt von seinem Knappen Sancho Panza, einst gegen Windmühlen in die Schlacht zog. Freilich verdienen alle, die sich einbringen, engagieren Respekt, sofern sie mit fairen Mitteln arbeiten und nicht übertreiben. Auch wenn der künftige „Baggersee“ nicht jedem „in den Kram passt“, etwas Trost findet sich doch tatsächlich in der unumstößlichen physikalischen Wahrheit „Kühlung durch Verdunstung“. Denn die an warmen und heißen Sommertagen über dem neuen See entstehende angenehme, frische und kühle Luft, tragen Wind durch die Straßen der Stadt. Durch die „Bummelgass“, wo sich die Menschen vor Antje‘s Café, dem Hanauer Tor, dem „Schwartzen“ Löwen, im lauschigen Innenhof vom Roten Hahn oder sonst irgendwo in unserer schönen Stadt treffen, unterhalten, entspannen und nach dem Tagwerk einfach mal „die Seele baumeln“ lassen. Mit freundlichen Grüßen und bleiben Sie gesund.

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