50jähriges Jubiläum des ASV Harreshausen

Großes Fischerfest am 9. Juni (Pfingstsonntag)

In diesem Jahr feiert der ASV Harreshausen seinen 50. Geburtstag! Im schönen Harreshausen, Richtung Stockstadt, vorbei am Fußballplatz und der Mehrzweckhalle kann man den kleinen verträumt gelegenen See in Harreshausen finden, der zum kleinen Angelsport-Verein Harreshausen gehört.

Am 9. Juni blickt der Verein mit Stolz und Dankbarkeit auf die vergangenen 50 Jahre zurück und feiert das, was was im Jahre 1969 mit viel Liebe und Engagement aufgebaut wurde. Insbesondere wird an diesem Tag auch ein sehr wichtiges Vereinsmitglied geehrt: Franz Utmelleki ein Gründungsmitglied, der den Verein seit 50 Jahren mit viel ehrenamtlichen Engagement und Liebe noch immer unterstützt. Anläßlich der Feierlichkeiten zu diesem Jubiläumsfest gibt es für die kleinen Besucher eine große Hüpfburg mit Rutsche, Kinderschminken und viele Informationen über das Angeln. Als Special erwarten Fischgourmets, die nach dem Geheimrezept eines Vereinsmitgliedes frisch geräucherten- und gebackenen Forellen. Würstchen, Pommes und eine Kuchentheke runden das Speiseangebot am Pfingstsonntag (9. Juni) ab.
Von einer fischleeren Kiesgrube zu einem ertragreichen Vereinsgewässer
Im Jahr 1969 erwarb der frisch gegründete Harreshäuser Angelverein die Pacht des Vereinsgeländes und somit auch das Wasserrecht des Vereinssees und der Gersprenz. Der Vereinssee war immer ein bedeutender Teil des ASV Harreshausen, da er sich auf dem gleichen Grundstück wie das Vereinsheim – Herz eines jeden Vereins – befindet.
Der Harreshäuser Vereinssee entstand dadurch, dass die Firma Seitz an dieser Stelle Kies abbaute und infolge der Kiesförderung auf Grundwasser stieß. Durch weitere Kiesförderung wurde der See immer tiefer – heute ist der See an seiner tiefsten Stelle knapp 13 Meter tief.
Anfangs gab es zwei Seen auf dem heutigen Vereinsgrundstück – ein kleiner und flacher See, der voll mit Karpfen und anderen Weißfischen (Rotaugen, Rotfedern, etc.) war, und ein größerer, deutlich tieferer See. An und in dem größeren See wurde noch aktiv Kies abgebaut, er war vorerst fischleer. Da im Laufe des Kiesabbaus im „großen“ See auch immer weiter an den Seiten gebaggert und durch die Vergrößerung eine direkte Verbindung beider Seen geschaffen wurde, konnten die Fische des schon erwähnten, kleineren Gewässers auch den großen See für sich erschließen.
Doch in dem deutlich größeren See standen die Fische vor einem gravierenden Problem: da der gesamte Seegrund aus sehr nährstoffarmen Kies und Sand bestand und der tiefe See recht kalt ist, gab es nahezu keine natürliche Nahrungsquelle – und der ursprünglich reich gedeckte Tisch im warmen und flachen See war, in Folge der anhaltenden Baggerarbeiten, auch nicht mehr vorhanden. So kam es, dass das Gründungsmitglied Franz Utmelleki senior und sein Sohn Franz Utmelleki junior, über einen sehr langen Zeitraum fast jeden Tag an den See gingen und mit Spezialfutter die Fische vor dem Verhungern bewahrten.
Nach einiger Zeit konnte sich, auch durch den Eintrag von Wasserpflanzen, ein natürlicher Nahrungskreislauf bilden. Denn durch die Nährstoffe entstand Plankton und bildete die Nahrungsgrundlage für unterschiedliche „Friedfischarten“ (Rot- augen, Rotfedern, Brassen, Schleien und Karpfen) und die Brut von Raubfischen (Barsch, Hecht und Zander) sowie für verschiedene Muschel- und Krebsarten.
Als durch Besatzmaßnahmen und ein „Einlaufen“ des natürlichen Nahrungskreislaufs eine ausreichende Anzahl an Friedfischen vorhanden war, wurde der Zander (ein beliebter Speise- und Sportfisch) als Haupt-Raubfisch in den Vereinssee des ASV Harreshausen eingesetzt. Durch die aktiven Baggerarbeiten war der See immer noch stark eingetrübt. Da der Zander allerdings über hervorragende Augen verfügt, durch die er sogar in nahezu völliger Dunkelheit jagen kann, und er außerdem noch  ein Kieslaicher (der männliche Zander schlägt zu Beginn der Laichzeit eine Grube in den Kiesgrund, das Zanderpaar laicht in dieser Grube ab und das Männchen bewacht die Eier und die frisch geschlüpften Babyzander) ist, passte der Zander ideal in den Vereinssee.
Es entstand ein sich selbst erhaltender Zanderbestand – regelmäßig konnte man vom Ufer aus die „Zandernester“ und die wachhaltenden Zander beobachten.
Auch Barsche und Hechte, die auch ausgesprochene Raubfische sind, wurden in Laufe der Vereinsgeschichte besetzt. Wann und wie genau das passierte lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Da der Hecht hauptsächlich über das Auge jagt und eher klare Gewässer bevorzugt, gab es anfangs nur einen geringen Bestand an Hechten. Dies änderte sich schlagartig, als die Baggerarbeiten eingestellt wurden und der See stark aufklarte. Denn dadurch hatte der Zander, mit seinen sensiblen Augen, keinen Vorteil mehr gegenüber dem größer werdenden Hecht – der klare See ist wiederum ein idealer Lebensraum für Hecht und Barsch.
Auch die massiven Besatzmaßnahmen mit dem beliebten Zander konnten nicht verhindern, dass er immer seltener wurde. Denn auch die natürliche Zandervermehrung funktionierte nicht mehr. Der See hatte sich gewandelt und auch die entsprechende Zusammensetzung der Fischarten.
Aber auch das Verständnis, die zur Verfügung stehende Methoden sowie die Materialien, für die Gewässerbewirtschaftung haben sich weiterentwickelt. Früher war es unabdingbar, den See regelmäßig mit Fischen zu besetzen, da eine natürliche Vermehrung nur bedingt möglich war. Ein Besatz bringt immer das Risiko mit, sich Krankheiten in den See zu holen und verhindert auch, dass sich die Fischarten Gewässerspezifisch entwickeln können. Außerdem ist ein Besatz mit teils hohen Kosten verbunden.
Vor einigen Jahren begann die strukturelle Verbesserung des Sees. Das bedeutet, es wurden von Mitgliedern Pflanzen als Nahrungsquelle sowie Laichmöglichkeit in das Gewässer eingebracht. Auch Unterwasserhin- dernisse, die den jungen Fischen als Rückzugsort, vor Raubfischen und fischfressenden Vögeln – wie der nicht heimische und invasive Kormoran, dienen, findet man mittlerweile in dem Vereinssee.
Auch Laichbürsten (bekannt aus der Koizucht) wurden als künstliche Laichmöglichkeit eingesetzt, da viele Pflanzen von den besetzten Graskarpfen (aus Asien stammend, nicht mit dem europäischen Karpfen verwandt) gefressen und so einige Laichgebiete nachhaltig zerstört wurden.
Durch die erwähnten Maßnahmen gibt es genügend Futter für alle Fische. Außerdem vermehren sich so gut wie alle Fischarten von selbst; bis auf die Karpfen, da diese ursprünglich aus dem südeuropäischem Raum stammen und der tiefe See zu kalt für eine natürliche Reproduktion ist. Somit hat sich eine kleine, sich selbst erhaltende Unterwasserwelt im Vereinssee des ASV Harreshausen etabliert.
Der aktuelle Zustand der Harreshäuser Gersprenz
Auch 4,8 km der Gersprenz und die entsprechenden Nebengewässer werden vom ASV Harreshausen bewirtschaftet. In der Gesprenz lassen sich Hecht, Barbe, Karpfen, Gründling, Aal, Rotaugen, Rotfedern, Döbel, Flussbarsch und vereinzelt Bachforellen fangen. In der sich einst wild durch die Landschaft schlängelten Gersprenz waren die farbenfroh gezeichneten Bachforellen in allen Größen und in einer hohen Stückzahl vorhanden.
Als die Gersprenz, Anfang des 20. Jahrhunderts begradigt wurde, gingen die für die Forelle wichtige Strukturen (schnell fließendes und klares Wasser, Kiesgrund und weitere essentielle Gewässereigenschaften) verloren. Um die einst heimische Bachforelle, in der Harreshäuser Gersprenz, nicht aussterben zu lassen, werden regelmäßig kleine Forellen besetzt. Auch findet in einem Nebenbach der Harreshäuser Gersprenz seit einigen Jahren ein Pilotprojekt statt: in HT-Rohren wird ein Einsatz aus Edelstahl befestigt. In diesem Einsatz werden beäugte (befruchtete) Forelleneier gefüllt und das HT-Rohr in dem Fließgewässer platziert. Nach einiger Zeit schlüpfen die Mini-Bachforellen und können sich ganz natürlich in der Gersprenz entwickeln und abwachsen. Denn desto jünger ein Fisch in ein Gewässer eingebracht wird, umso leichter kann er sich an das jeweilige Gewässer anpassen.
Nachhaltig Gewässerbewirtschaftung war dem ASV Harreshausen schon immer wichtig und im Bezug auf den Klimawandel und die immer komplexer werdenden Umwelteinflüsse wird dies immer wichtiger werden.   

N. Korb (Aus- und weitergebildeter Gewässerwart, Fischereiaufseher und ehemaliger Gewässer- wart der HG Gersprenz)

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