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Nicole Schmiedecke:

Spagat zwischen feurigem Flamenco und klassischem Gesang

Gemeinsam mit ihrer Tango-Gruppe – Svenja Neumann, Alina Fischer, Hanna Neumann und Julia Lange – wird Nicole Schmiedecke auf den diesjährigen Kunst- und Kulturtagen verschiedene Tango-Tänze vorführen.

Am 8. und 9. November 2014 lädt die Stadt Babenhausen erneut zu den „Kunst- und Kulturtagen" ein. Die Babenhäuser Zeitung stellt die teilnehmenden Künstler vor. Heute: Nicole Schmiedecke.

Nicole Schmiedecke entdeckte ihre Passion für den Flamenco bereits in ihrer Jugend, tanzte später in verschiedenen Ensembles und Gruppen mit Lela de Fuerteprado und ließ sich beim Tanz von Größen wie Gitarrist Gerhard Guf Martinez begleiten. Es folgten Auftritte im Jagdhofkeller in Darmstadt oder bei Porsche in Basel. „Als Flamenco-Tänzerin muss man sich keine Gedanken um die Blicke der Männer machen wie zum Beispiel beim Bauchtanz – das Publikum hat Respekt vor diesem Tanz.“ Unterstützung erhielt Schmiedecke von Anfang an von ihrem Ehemann, der jeden Auftritt besuchte.
Schließlich veranstaltete sie im Rahmen der Projektwoche 2009 an der Grundschule in Hergershausen einen Flamenco-Kurs mit der dritten Jahrgangsstufe, dessen Ziel die Produktion „Der kleine Stier Ferdinand“ war. „Die Kinder hatten Blut geleckt und wollten weitermachen mit dem Tanzen“, freute sich Schmiedecke. Sie gründete den Flamenco-Kurs in ihrem privaten Tanzstudio in Hergershausen mit vier Mädchen. Durch die Pubertät verschwammen die Interessen ihrer jungen Schülerinnen und zwei der Mädchen hörten auf mit dem Tanzen. Die restlichen vier Mädchen tanzen nach wie vor einmal die Woche in dem bespiegelten Raum von Schmiedeckes Privathaus.
Auftritte für ihre jugendliche Tanzgruppe plant Schmiedecke zu Events wie dem Neujahrsempfang der Sparkasse oder städtischen Veranstaltungen. „Es ist schön für die Mädchen, sich zu präsentieren und zu zeigen, was sie gelernt haben“, erklärte Schmiedecke. Dabei präsentieren die Mädchen in der Regel eine Sevillanas, einen Fandango de Huelva, einen Tango de Malaga sowie den Tieto vorstellen. „Die Tänze stellen starke Emotionen wie Trauer, Freude oder den Tod dar – es gibt für jeden Gefühlsausdruck einen oder mehrere Tänze.“ Die prachtvollen Kostüme stammten bei den Auftritten von einer Theater-Schneiderin und heute näht Schmiedeecke vieles auch selbst.
Im Jahr 2002 kam die Leidenschaft für den Operngesang hinzu und übernahm die Oberhand. Schmiedecke absolvierte in Darmstadt die Ausbildung für klassischen Gesang und absolvierte 2009 die künstlerische Reifeprüfung. Dabei mussten die Bereiche Lied, Oper, Operette, Musical und Oratorium abgedeckt werden. Die Künstlerin wartete mit Stücken wie „Er weidet seine Herde“, „Caro mio ben“ von Giordani oder aber „Allerseelen“ von Strauss aus der Epoche der Romantik auf. „Ursprünglich war ich von Musicals wie dem 'Phantom der Oper', 'My fair lady' oder aber 'Cabaret' angetan, aber mittlerweile bevorzuge ich die Oper.“ Insgesamt mag die Künstlerin jedoch die Abwechslung, da jede Kategorie einen anderen Part der Stimme fordert.
Heute gibt die gelernte Sängerin Gesangsunterricht mit Fokus auf der Stimmbildung. „Ich visiere an, auch Flamenco-Lieder zu singen – damit wären meine beiden Leidenschaften quasi vereint.“ Aber auch ein eigenes Konzert in Babenhausen denkt die Künstlerin an, wobei die Wahl der Location schwierig fällt. Es sollte ein Flügel vorhanden sein, da der Transport sehr kostspielig wäre und auch die Akustik des Raumes ist von Belang. In der engeren Auswahl stehen die Stadtmühle und das Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde, aber auch die Kirchen in und um Babenhausen. Bei ihren Konzerten stellt Schmiedecke eine bunte Liedmischung vor wie auf dem Konzert „Denk an mich“  vom 22. Juni dieses Jahres im Jakobssaal in Seligenstadt. Die Sängerin präsentierte eine Auswahl an Liedern und Arien aus Opern, Operetten und Musicals und wurde von Friederich Haller am Klavier begleitet. Mit dabei waren Stücke wie Puccinis „O mio babbino caro“, „Lied an den Mond“ aus „Rusalka“ oder aber Andrew Lloyd Webbers „Denk an mich“ aus dem Musical Phantom der Oper. „Ich singe gern einige bekannte Lieder in Kombination mit eher unbekannten Stücken – die Leute lassen sich auf die Musik ein und viele erkennen, dass Oper und Operette nicht so schwerfällig ist wie angenommen.“
Auf den Kunst- und Kulturtagen wird die Flamenco-Gruppe der Künstlerin sowohl samstags als auch sonntags tanzen, wobei Schmiedecke die Mädchen am Sonntag begleitet. „Flamenco ist kein klassischer Paartanz – es ist ein Solotanz, in dem jeder für sich selbst tanzt.“   fhp

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