Die Beine eines Gartenstuhl tauchen knapp über dem niedrigen Pegel auf. Daneben erkennt man auf dem Grund das Metallgitter eines Einkaufswagen. Noch ein zweiter, ein dritter, so tief im Flussbett versunken und teils schon von Wurzeln bedeckt, dass sie mit menschlicher Kraft nicht geborgen werden können. Die Stiefel der Wathosen treffen auf ungewöhnlichen Untergrund, weich, aber kein Schlamm. Die Finger ertasten etwas von Menschenhand Gemachtes, der schwere Stein darauf lässt die Absicht erkennen. Das Polster einer Autositzbank wurde damit beschwert, sodass es nicht auftaucht. Immer wieder finden sich Zeichen, dass Müll illegal und achtlos in der Lache entsorgt wurde. Plastiktüten, deren Inhalt sich schon aufgelöst hat, davongeschwemmt wurde, werden dem Boden entzogen. Nicht selten zerfallen sie dabei, so stark hat der Zahn der Zeit schon daran genagt. Mikroplastik ist nicht nur ein Problem ferner Länder, aus denen uns immer wieder Bilder von vermüllten Landschaften erreichen. Es entsteht hier, vor unserer Haustür. Auch die leeren PET Flaschen, eigentlich bares Geld, schwimmen über die Lache in den Main und gelangen letzten Endes in die Nordsee. Achtlos Weggeworfenes ist deswegen nicht weg, weil man es nicht mehr sieht. Alles hängt mit allem zusammen. Auch das ein oder andere dunkle Geheimnis scheint unter der Wasseroberfläche verborgen zu sein. Warum war in der Geldkassette ein Loch, wo eigentlich das Schloss steckte? Und wem mag wohl der Laptop gehört haben, der im flachen Wasser unauffällig zwischen den Muscheln lag? Hat jemand frustriert über die Hausarbeit den Staubsauger über das Brückengeländer geworfen? Freude über den Erfolg mischt sich bei den 15 Teilnehmenden der Aktion „Ran an den Müll 3“ mit Ernüchterung ob der erschreckenden Funde, dem achtlosen Umgang mit diesem wertvollen Stück Natur, was Babenhausen so einzigartig und lebenswert macht. Es fängt bei jedem Einzelnen an, Respekt und Achtung vor seinen Mitmenschen und seiner Umgebung zu zeigen. Ein Absacker mit Freunden am Fluss, auf der Brücke, sei jedem gegönnt. Doch danach sollte immer gelten, den Ort so zu verlassen, wie man ihn vorgefunden hat. Das dem im Moment nicht so ist, zeigen die unzähligen Funde von Glasflaschen. Es ist an der Zeit, Müll nicht als Abfall, sondern als Ressource und aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu sehen! Eine Glasflasche, welche in das Pfandsystem zurückgeführt wird, muss nicht erneut produziert werden. Eine Glasflasche im richtigen Altglascontainer führt diese als Rohstoff in das neben Papier am besten funktionierende Recyclingsystem zurück. Unter dem Suchbegriff „ZAW Abfall ABC“ lassen sich alle Antworten darauf finden, wo ein Stoff zu entsorgen ist. Auf der Website: muelltrennung-wirkt.de lässt sich viel über Recyclingkreisläufe lernen, insbesondere auch für Kinder spielerisch aufgearbeitet. Der Recyclinghof Babenhausen nimmt 2-mal wöchentlich nahezu jeden Abfall entgegen. Sperrmüll kann bis zu 2-mal im Jahr kostenlos abgeholt werden. Es gibt ausreichend Angebote zur richtigen Entsorgung. Der NABU Babenhausen wird auch im nächsten Jahr wieder aktiv daran arbeiten, unsere Babenhäuser Flüsse von den Altlasten zu befreien. Helfen Sie mit – mit Respekt und Achtung vor unserer Natur. sbü

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