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Offene Schule Babenhausen, Sportjugend Hessen und AOK:

Integrationssportfest gleicht einem Abenteuerspielplatz

Der Schulhof brodelt, als Tim Döring von der Sportjugend Hessen die rund 1.100 Schüler und Schülerinnen anheizt: sie Alle warten gespannt darauf, die vielen sportlichen Stationen zu durchlaufen.

In Kooperation mit der Joachim-Schumann-Schule veranstaltete die Sportjugend Hessen und die AOK ein innovatives Sportgroßereignis. Integration und Inklusion standen dabei, genau wie Fairplay, im Mittelpunkt. Durch das Bereitstellen eines großen Sport- und Mitmachangebots mit hohem Aufforderungscharakter und Erlebniswert sollten die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung sensibilisiert werden. Spielerisch durften sie Beeinträchtigungen erproben und erfahren, wie sich Toleranz anfühlt.

Die „Näher dran“-Initiative wurde von der Krankenkasse AOK angestoßen, die ihren Integrationsbereich ausbauen wollte und mit der Sportjugend einen perfekten Partner gefunden hat, um die Themen Integration und Inklusion in Vereinen und in der Gesellschaft voranzubringen. Das soziale Portfolio der Kampagne beinhaltet auch den Bereich „Soziale Benachteiligung“. Als eigentliches Herzstück stellt die AOK Gelder zur Verfügung, damit für Vereine diverse Bildungsbausteine abgerufen werden können. So seien beispielhaft Schwimmkurse für Migrantinnen genannt oder Radfahrkurse für jugendliche Flüchtlinge, in deren Herkunftsland das Fahrrad nicht zum Alltag gehörte. Auch Seminare, wie man Abenteuer-Parcours in Hallen errichtet, die von Behinderten und Nicht-Behinderten durchlaufen werden können, würden über diesen Fonds finanziert. Allein in diesem Jahr seien rund 100 solcher Bausteine von Vereinen abgerufen worden, wie Döring stolz erklärt. Die Sportjugend präsentiert und macht die Vereine fit und die AOK finanziert die „Näher dran“-Initiative. Diese Kampagne wirkt leise und in die Vereine hinein, freuen sich die Beteiligten.
Der Schulleiter Rainer Becker freut sich, dass die Schule bereits zum zweiten Mal Ausrichter des Großevents sein darf und bedankt sich bei Tim Döring von der Sportjugend Hessen und den beiden Sportlehrern Sandra Weitzel und Jan Willand, die in intensiver Vorbereitung das Sportfest organisiert haben. Auch an die AOK geht ein herzliches Dankeschön, die die Initiative finanziert und an diesem Morgen sogar ein gesundes Frühstück bereitstellt, welches von den Schülern jedoch erst „verdient“ werden muss. Mit speziellen Fahrrädern müssen die Frühstücksflocken erst gemahlen werden, bevor sie mit Früchten und Joghurt verfeinert satt machen. Tim Döring begrüßt die rund 1100 Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10, die sich schon auf den spannenden Vormittag freuen, denn das gesamte Schulgelände hatte sich für ein paar Stunden in einen riesigen Abenteuer-Spielplatz verwandelt.
Speziell für diese Veranstaltung ausgebildete Teamer der Sportjugend Hessen führten die Schulklassen 5-8 durch einen innovativen Parcours, der aus vier Paralympics-Stationen bestand, die Erfahrungen mit den Beeinträchtigungen blind, taub, bewegungseingeschränkt oder im Rollstuhl sitzend erlauben. Die Klassen traten dabei jeweils im Tandem mit einer höheren Klasse an: durch dieses Zusammenspiel und die spielerische Herangehensweise unter Einbindung von Beeinträchtigungen können die Schüler mit hoher Motivation vielfältige und lehrreiche Erfahrungen machen, die im normalen Schulalltag schwierig zu integrieren sind. Eine Reflexion in der kommenden Woche in der Klassenratstunde rege zusätzlich zum gemeinsamen Nachdenken an und bliebe als plakatives Bild in den Klassen erhalten, hofften die Verantwortlichen.
Für die Klassen 9 und 10 fand zeitgleich ein in zwei Streetcourts ausgetragenes „FairPlay-Streethandball-Turnier“ statt, bei dem besondere Regeln dafür sorgten, dass nicht unbedingt der nach Punkten Stärkere siegte, sondern erst die drei zu vergebenden Fairness-Punkte den Ausschlag gaben. Auch hier wird das Erlebte im Anschluss durch geschulte Teamer reflektiert.
Komplettiert wurde die Veranstaltung durch ein vielfältiges Angebot von Trendsport- und Erlebnis-Stationen, die in Eigenregie der Schule und durch die Sportjugend Hessen angeboten wurde. Auch die Jugendförderung, die Freiwillige Feuerwehr und die Unfallkasse Hessen (UKH) zeigten aktiven Einsatz bei diesem Fest. Eine Seilrutsche aus dem 2. Stock auf den Schulhof hinunter oder Abseilen aus dem 2. Stockwerk bedurften eine gehörige Portion Mut, die doch von erstaunlich vielen Jugendlichen aufgebracht wurden. Jedoch auch Abbrechen und Anerkennen der eigenen Grenzen war nicht nur akzeptiert, sondern auch respektiert. „Auf das Bauchgefühl vertrauen“ sei enorm wichtig und sich nicht von Erwartungen Anderer unter Druck setzen zu lassen, brauche viel Selbstbewusstsein, wie der zuständige Teamer bestätigt. Bumperball in der Sporthalle, Schusstraining mit Laserpistolen, Balancieren auf der Slackline, Feuerlöschen, eine mobile Kletterwand und das Ziehen eines Busses waren diverse Bewegungsangebote mit hohem Fun-Faktor. In der Aula der Schule war ein Rollstuhl-Parcours aufgebaut, bei dem die Rollis erfahren durften, dass manche Hindernisse für Rollstuhlfahrer ohne Hilfe von Anderen fast nicht überwindbar sind. Vielleicht ermutigt diese Erfahrung die Testfahrer in Zukunft, in einer ähnlichen Situation beherzt zu helfen? Hier erhoffen sich die Verantwortlichen die größte Nachhaltigkeit.
Eine weitere Komponente der „Näher dran“-Kampagne ist das finanzielle Polster, das die AOK Vereinen zur Verfügung stellt, die neue Projekte umsetzen wollen. 33 Vereine bewarben sich dieses Jahr um den „NäherDran-Integrationspreis für engagierte Sportvereine“ und reichten kreative Projektanträge ein zu den Themen Integration, Inklusion, sozialer Teilhabe oder Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Die drei Erstplatzierten wurden im Anschluss an den Sportvormittag bei einem kleinen Bühnenprogramm gekürt: der 1. Platz ging dabei an den FV Biebrich für das Real-Madrid-Fußball-Camp für Geschwister von lebensverkürzend erkrankten und trauernden Kindern. Platz 2 ging an die Frankfurter Spatzen SKV, die eine Gruppe für den brasilianischen Kampf-Tanz Capoeira gründet. Den dritten Platz teilen sich die Turnerschaft 1882 Klein-Krotzenburg für drei neue Angebote für junge Mitglieder und der TSV Nassau Beilstein, der in seinem Projekt „Natur und Sport“ Menschen mit Migrationgeschichte und Handicap zusammenbringen will. Die Plätze 1-3 erhalten 3000, 2500 und 2000 Euro Förderung. Weitere 13 ausgezeichnete Clubs erhalten jeweils 1000 Euro als Unterstützung ihrer eingereichten Projekte. Anke Josten, verantwortlich für Marketing und Produktmanagement bei der AOK Hessen, ist überzeugt, dass regelmäßiger Sport, erst recht in der Gruppe, die beste Prävention sei.     kb

 

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