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Einmal Bayern und zurück…

50 Jahre Deutsche Jugendfeuerwehr – ein großer Grund gemeinsam zu feiern!

Aus Anlass ihres 50jährigen Bestehens lud die DJF Jugendfeuerwehren aus ganz Deutschland und benachbarten Ländern zu einem Bundeszeltlager ein. Ort dieses außergewöhnlichen Zusammentreffens war Königsdorf, ca. 30 km südlich von München gelegen.

In der „Jugendsiedlung Hochland“ trafen sich vom 2. bis zum 9. August knapp 4.500 Jugendliche und Ihre Betreuer aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Spanien, Polen und Russland. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der Ort Königsdorf selbst gerade einmal 2.500 Einwohner hat!

Für die Jugendfeuerwehr Babenhausen begann das Zeltlager allerdings nicht erst am Samstag (2.) sondern schon eine Woche vorher. Denn mit dem Abbauen vom Kreiszeltlager in Groß-Umstadt hieß es für uns nur einmal Umpacken und eine Zwischenreinigung durchführen.

Am Donnerstag vor dem Bundeszeltlager gaben acht Jugendliche und die zwei Betreuer ihr Gepäck dann im Feuerwehrhaus in Babenhausen ab. Um 4 Uhr am nächsten Morgen ging es für das Vorkommando los. Mit zwei Fahrzeugen ging es, unmittelbar nach einem absolvierten Einsatz auf die Autobahn. Nach sechs Stunden Fahrt und 450 km später hieß es: Zelte stellen. Überwältigend war die schiere Größe des Geländes, so brauchten wir zehn Minuten zu Fuß vom Eingang des Zeltlagers bis zu unserem Zeltplatz. Das Gelände selbst war noch einmal in acht separate Dörfer unterteilt.

Auch der logistische Aufwand der hier betrieben wurde war immens: Die erste Anlaufstelle mit dem Meldekopf war nicht auf dem Zeltplatzgelände, sondern die 10 km davon entfernte SFSG (Staatliche Feuerwehrschule Geretsried) in Geretsried. Da alle Fahrzeuge an der SFSG abgestellt werden mussten, wurde das Gepäck per Shuttle an seinen Bestimmungsort gebracht. Für den Transfer der Teilnehmer waren permanent Linienbusse eingesetzt, die zwischen Zeltplatz und Feuerwehrschule pendelten. Auf dem Zeltplatz selbst gab es eine eigens für das Zeltlager eingerichtete Unfall-Hilfsstelle. Zusätzlich waren auf dem Gelände zeitweise bis zu drei Rettungswagen stationiert. Ein Löschzug stand ebenfalls 24 Stunden am Tag bereit, um neben dem Brandschutz auch andere logistische Aufgaben zu bewältigen. Die auf dem Zeltplatz schon vorhandenen sanitären Einrichtungen wurden noch durch Dusch- und WC-Container ergänzt. Als Notunterkunft stand neben einem „Zirkuszelt“ das Gemeinschaftszelt zur Verfügung. Da in dem Gemeinschaftszelt auch die Mahlzeiten eingenommen und verschiedene Veranstaltungen abgehalten wurden, musste die Größe des Zeltes der Teilnehmerzahl angepasst werden: Ein Großzelt, wie man es sonst nur auf dem Oktoberfest zu Gesicht bekommt wurde für diesen Zweck eigens angemietet und aufgestellt. Für die Verpflegung war an dem Zelt ein Küchenblock auf Containerbasis aufgebaut worden. Überraschend war die Tatsache, dass zum Spülen des Geschirrs Spülmaschinen zu Verfügung standen. Dazu passend bekam jeder Teilnehmer bei der Anmeldung als Willkommensgeschenk eine Stofftüte mit folgendem Inhalt: Ein Satz Kunststoffgeschirr, eine Mütze, den Teilnehmerausweis mit Band und einer LED-Taschenlampe.

Samstags mittags um 14 Uhr reisten dann die Jugendlichen mit dem Zug an. Per Shuttle ging es vom Bahnhof in Wolfratshausen nach Königsdorf. Pünktlich zu unserem Eintreffen rollten gleich zwei Gewitterfronten auf das Zeltplatzgelände zu. Also wurde das gesamte Gelände evakuiert, und der Bus fuhr weiter zur SFSG wo sich alles erst mal sammelte. Wir nutzten die Gelegenheit um unsere Anmeldung abzuschließen und alles Logistische zu erfüllen. Nach vier Stunden konnten wir dann auch wieder auf das Gelände um die Zelte zu beziehen.

Der Sonntag wurde genutzt, um sich mit dem Gelände vertraut zu machen und um neue Kontakte quer durch Deutschland zu knüpfen. Gegen Abend war dann auch die offizielle Eröffnung. Der Sonntag hatte aber auch noch eine Überraschung für uns parat: Pünktlich mit Beginn der Dämmerung begann es zu regnen. Alpenregen ist etwas heftiger als der Hessische. Soll heißen, dass in der Nacht die Jugendfeuerwehren, deren Zelte in etwas tiefer gelegenen Bereichen des Zeltplatzes lagen, miterleben durften, wie Bäche durch Ihr Zelt liefen und so teilweise bis zu 20 cm Wasser im Zelt standen. Mache Zeltdörfer hatten Glück und waren die ganze Woche trocken, andere bekamen dafür mehr ab. Rück-blickend gesehen, war unser Dorf „Blade Ranger“ das, welches am stärksten unter dem Wetter litt.

Montags nach dem Frühstück und dem Mitnehmen der Lunchpakete ging es mit dem Bus nach Wolfratshausen und weiter mit der S-Bahn nach München. Dort verbrachten wir den ganzen Tag mit einer Stadt-rallye, die mit Hilfe einer App funktionierte. Das war echt klasse und man hat so schöne Punkte der Stadt gesehen, an die man vielleicht so nicht hinkommt. Schon während dem Abendessen fing es wieder an zu regnen. Was wie ein Landregen anfing, entwickelte sich im Laufe von Stunden zu einem Starkregen. Was zur Folge hatte, dass trotz Verbotes begonnen wurde, Gräben um die Zelte zu ziehen. Um das Ganze zu koordinieren und effektiver zu machen wurden gemeinsam mit dem Löschzug Sickergruben angelegt und die einzelnen Gräben verbunden, um so das Wasser vom Zeltplatz zu pumpen. Um 3 Uhr wurden die Arbeiten dann eingestellt und die Nachtruhe konnte beginnen.

Dienstag ging es für uns wieder nach München, diesmal ins Deutsche Museum. Da der Regen ja immer nur nachts kam, und es tagsüber immer sehr schön und sehr warm war, herrschte auch im Museum nicht so viel Andrang.

Für alle die dort noch nie waren: Es ist auf jeden Fall eine Reise wert und nicht an einem Tag zu schaffen.

Nachmittags, als wir noch im Museum waren, gab es wieder einen Starkregen, der selbst in München dazu führte, dass Wasser zehn Zentimeter hoch auf den Straßen stand. Als wir wieder am Zeltplatz ankamen war für uns klar, dass die Zelte diesen Regen nicht unbeschadet überstanden haben! Der Regen war so massiv heruntergekommen, dass das Wasser von der Zeltplane nicht mehr so schnell ablaufen konnte und sich Wasserblasen im Dach gebildet hatten. Die Blasen sind dann einfach durch das Dach getropft. Folge: Musikanlage geht nicht mehr, diverse Unterlagen aufgeweicht, ein Feldbett komplett unter Wasser. Bis 23 Uhr hatten wir aber auch diesmal das Wasser wieder aus dem Zelt.

Mittwoch ging es dann weiter mit dem Programm. Ein Shuttleservice brachte uns nach Lenggries, wo wir uns erst im Kletterwald „Isarwinkel“ auspowerten und anschließend im dortigen Schwimmbad (wieder Wasser) entspannten. Die darauffolgende Nacht war die erste ohne Regen!

Donnerstag dann Programm auf dem Zeltplatzgelände. Für diesen Tag war die offizielle Geburtstagsfeier der Deutschen Jugendfeuerwehr geplant. Zusätzlich wurde an dem Tag ein Weltrekord „Die größte tanzende Jugendfeuerwehr” aufgestellt. Um 11 Uhr war das Abschlusstraining für den Weltrekordtanz, den die Flying Steps Academy aus Berlin choreografiert hat. Nach einer Pause war es um 15 Uhr dann soweit und der Weltrekord konnte starten. Mit 3.193 Tänzerinnen und Tänzern stehen wir jetzt im Guinnessbuch der Rekorde verbunden mit der Herausforderung von Timm Falkowski, an alle Jugendfeuerwehren diesen Rekord zu überbieten! Direkt im Anschluss fand dann die offizielle Feier im Zelt statt, bei der auch die Sonderbriefmarke zum 50. Geburtstag vorgestellt wurde. Jeder Teilnehmer der an dem Zeltlager teilnahm, erhielt ein Erstexemplar dieser Marke.

Freitag gingen wir noch mal zur Entspannung Schwimmen. Diesmal aber nach München in das Phönixbad. Bei schönem Wetter und guter Stimmung hatten wir einen sehr schönen letzten Zeltlagertag. Während der ganzen Woche waren ab 20 Uhr Veranstaltungen im Gemeinschaftszelt, so spielten verschiedene Livebands und auch Disco stand auf dem Programm. Alle feierten zusammen das sehr gut organisierte und trotz der Wetterkapriolen sehr, sehr tolle Zeltlager. Wer nicht dabei war, hat echt was verpasst.

Samstagmorgen hieß es dann „Bye, bye“ zu sagen und die Heimreise anzutreten. Trotz aller Gedanken die sich um das Thema Abreise drehten, gab es keinerlei Probleme. Nicht mal ein Stau bei der Abfahrt vom Zeltplatz war dabei. Nach vier Stunden und 30 Minuten Autobahn hatte Hessen uns wieder. Wir denken, wir haben als einziger Teilnehmer aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg diesen sehr gut in Bayern vertreten!

(Text / Fotos: JF Babenhausen)

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