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Weniger ist manchmal eben mehr!

Am Donnerstag, 27.06.2019, entscheidet das Stadtparlament über das Bauvorhaben auf dem Gelände der Gärtnerei Grünewald. Auch wenn von den ursprünglich 16 Meter hohen Häusern in der vorderen Reihe abgerückt wurde und nunmehr noch 12,50 Meter hohe Häuser geplant sind, bleibt das Entsetzen der Bürgerinitiative und vieler Babenhäuser Bürger über das Bauvorhaben in diesem Umfang und in diesem Stil an dieser und weiteren Stellen in Babenhausen erhalten.

Das Stadtbild von Babenhausen ist geprägt von Häusern mit Satteldächern und in dem Areal der Kirchgärten mit freistehenden 1-3 Familienhäusern.
Eine Änderung des Stadtbildes sollte sich harmonisch in die Umgebung einpassen. Das gilt für alle Bauvorhaben in Babenhausen. Wie ein Haus letztendlich aussieht ist natürlich u.a. Geschmackssache. Flachdachhäuser in entsprechenden Wohngebieten sind dort genauso ansehnlich wie Satteldachhäuser an anderen Stellen.
Es ist ein Stilbruch, in gewachsenen Wohnsiedlungen, direkt gegenüber den beiden Kirchen und der Altstadt mit Gewalt solche wuchtige Bauten mit Flachdächern zu platzieren. Ja, es schafft Wohnraum – aber für wen? Wer kann es sich leisten, eine Eigentumswohnung zu kaufen für dessen Preis man vor einigen Jahren ein ganzes Haus kaufen konnte.
Wer wird also darin wohnen? Die Krankenpflger, die Pflegekräfte, die Briefträger oder die Reinigungskräfte, etc.,  jedenfalls nicht.  
Warum entscheiden sich Stadtverordnete dafür, solchen Großprojekten ihre Stimme zu geben. Sind Ihnen die Stadt und die Bürger egal? Wir denken nicht. Mag sein, dass diese Projekte modern sind. Es mag auch sein, dass es sich finanziell rechnet. Aber für wen?
Und wer zahlt die Folgekosten für die benötigten Kindergärten und wenn die Abwasserkanäle eventuell dann doch nicht ausreichen – auch wenn die Bauträger daran teilweise beteiligt werden sollen. Die Bürger zahlen dafür, also auch die, die sich solche Wohnungen nicht leisten können.
Und ja, es gibt solche Immobilienprojekte in vielen Städten. Sie sind beliebig austauschbar und es geht immer nur um das Geld von Investoren – nicht um die Menschen in diesen Städten.
Müssen wir in Babenhausen das so mitmachen? Wir denken nein, müssen wir nicht.
Stadtverordnete entscheiden diese Projekte nach bestem Wissen mit Kopf und Verstand – aber sind sie auch mit ihrem Gewissen und mit ihrem Herzen dabei?
Würden sie sich auch dann für solche Großprojekte entscheiden, wenn sie unmittelbar daneben wohnen würden und ihre Lebensqualität davon beeinträchtigt wäre? Eine Stadt zu lieben geht nur mit dem Herzen.
Im Interesse der Bürger zu entscheiden ist manchmal ganz schön schwer und geht nur mit Interesse für deren Belange und vor allen Dingen mit zuhören.
Bitte schaffen sie Wohnraum, der sich harmonisch in das Stadtbild und in die jeweilige Umgebung einfügt. Wohnraum den sich auch Menschen leisten können, welche nicht zu den sogenannten Besserverdienenden gehören.
Denn auch die meisten Babenhäuser Bürger lieben diese Stadt und einige von ihnen benötigen bezahlbaren Wohnraum. Dafür muss gebaut werden und nur dafür! Dazu benötigt man nicht nur den sozialen Wohnungsbau, sondern auch Stadtverordnete, die den Mut haben, einen Riegel vor Investoren und Bauträgern zu schieben, die mit ihrem Geld und ihren Bauvorhaben Städte verschandeln und die Bedürfnisse von Menschen mit weniger Geld außen vor lassen.
Weniger ist eben manchmal mehr!    
Bürgerinitiative für ein l(i)ebenswertes Babenhausen

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Kommentare

Leider

Hat man sich auch entschlossen die städtischen Wohnhäuser zu verkaufen. Damit werden sicherlich einige bezahlbare Wohnungen wegfallen. Auch in Kaserne und auf dem Grunewald Gelände werden wahrscheinlich keine günstigen Wohnungen entstehen. Dies scheint nicht gewollt zu sein. Allerdings auch nicht bei Neubauten und nach Sanierung realisierbar dank der teuren Vorschriften. Bei der Schaffung dringend benötigter Kindergartenplätze hält sich die Stadt leider sehr zurück. Dies über lässt man privaten Initiatoren. Warum nimmt die Stadt nicht bei Großprojekten die Investoren in die Pflicht? Ist man nicht schlau geworden aus der derzeitigen Situation und warum verschärft man den Mangel an Betreuungsplätzen noch? Warum hat die Stadt die guten Pläne für mehr Pflegenester aufgegeben? Besorgnis macht sich breit!

Ihre Besorgnis

Sehr verehrter Gast,

wenn man über das reine Fragen stellen nicht hinauskommt, verändert man NICHTS!! Und Besorgnis alleine enthält keine Lösungsansätze.

Viele Grüße
Ein interessierter Gast

schon mal

was von Demokratie gehört ? Viele meinen ja inzwischen Demokratie ist, wenn ein paar ihren Willen durchsetzen. Die Mehrheit spielt dabei keine Rolle. Bekanntlich wurde mehrheitlich beschlossen auch wenn es ihnen nicht passt.
Übrigens, über den Namen "Bürgerinitiative für ein l(i)ebenswertes Babenhausen" kann ich inzwischen nur noch schmunzeln. Es wäre wünschendwert, wenn mehr Babenhäuser dies so sehen würden. Sieht man sich den Müllhaufen in der Jürgen Schumannstr. an, der dort jeden Tag hinterlassen wird, dann darf man wohl daran zweifeln. Da sehr oft Müll von jungen Familien dort auftaucht (volle Windeln, Kinderbuggys, Kinderwagen, etc.) fragt man sich schon ob da kein Interesse an einem liebenswerten Babenhausen vorhanden ist ?

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