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Stadtkirche Babenhausen:

Royales Orgelkonzert zum Jahresbeginn

Um das Herzstück der evangelischen Kirche einmal so richtig in Szene zu setzen, werden die Bänke um 180 Grad gedreht und die Orgel erglänzt im Kerzenschein. Dem Organisten können die Zuhörer genauestens auf Hände und Füße schauen und sein virtuoses Spiel auf einer Leinwand verfolgen.

Eine liebgewonnene Tradition für Musikliebhaber in Babenhausen ist das Neujahrskonzert des international tätigen Konzertorganisten Detlef Steffenhagen. Bereits zum 24. Mal bot er am frühen Abend des ersten Tags des neuen Jahres ein hochkarätiges Konzert auf der wohlklingenden Orgel in der Stadtkirche. Um das prachtvolle, vor etwa 10 Jahren aufwändig restaurierte Instrument auf der Empore in den Mittelpunkt zu setzen, wurden die Kirchenbänke und Stühle um 180 Grad gedreht und eine Großbildleinwand zeigte den Organisten in Großaufnahme.

Rund 280 Zuhörer verfolgten in der vollbesetzten Kirche fasziniert, wie der preisgekrönte Musiker mit Händen und Füßen über die Tastaturen tanzte. Dabei hatte er recht königliche Melodien mitgebracht, wie es sich der Festlichkeit eines Jahresbeginns geziemt. Ein abgedunkelter Kirchenraum und Kerzenbeleuchtung rund um die Orgel zauberten optische Glücksgefühle neben dem akustischen Genuss.
Georg Friedrich Händel kündete zu Beginn die „Ankunft der Königin von Saba“ an. Der „Krönungshymne“ folgte der „Triumphmarsch“ aus Verdis „Aida“ und Edward Elgars „Pomp and Circumstances March“. „Marcha Real“ und der „Prince of Denmark‘s March“ blieben im selben Takt. In seiner Anmoderation gab Steffenhagen kurze Informationen zu den von ihm gewählten Stücken und so konnte das Publikum auch mit ungewöhnlichen Arrangements nicht überrascht werden. Da gab der Organist der „Toccata d-moll“ von Johann Sebastian Bach eine ganz besondere Note, indem er sie in einer „nicht ganz so molligen, brasilianischen Fassung“ vortrug. Ein kleiner Rückblick auf Weihnachten durfte natürlich auch nicht fehlen und deshalb spielte Steffenhagen Bachs „Ich steh an Deiner Krippen hier“, jedoch in einer eher mitreißenden jazzigen Weise, was definitiv außergewöhnlich klang.
Mit den anspruchsvollen Stücken will der Musiker auf die Herausforderungen des kommenden Jahres einstimmen, aber auch modernen Stücken gab er mit seinen Improvisationen über Filmthemen genügend Raum: „007“, „Excalibur“ und „Fisherman’s Hornpipe“ standen als eine Art „weltlicher Könige“ auf dem Programm, bevor es dann noch einmal himmlisch wurde mit „Jesus Christ Superstar“. Die opulente Musik klang durch die prachtvolle Kirche und verwandelte sie für einige Zeit in einen Filmpalast.
Ohne Zugabe darf ein solches Konzert nicht enden und so spielte Steffenhagen ein schwungvolles „Pirates of the Caribbean“, welches er seiner Tochter widmete, die in Brasilien lebt und deren Lieblingsstück das schon fast klassische Crossover-Werk ist. Nach ausgiebigem Applaus gingen die Zuhörer mit einem Hochgefühl in die erste Nacht des Jahres. Im nächsten Jahr feiert der erste Programmpunkt im Veranstaltungskalender der Stadt sein 25-jähriges Jubiläum und Detlef Steffenhagen lässt sich dazu sicher wieder ein ganz besonderes Musik-Potpourri einfallen.     kb

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