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Kinder- und Jugendförderung:

Rotkäppchen - Anti-Angst-Aktion nach dem Puppenspiel

Als „Anti-Angst-Aktion“ bezeichnet Sperlich die Streichelrunde nach dem Stück. Er findet das besonders bei den kleinen Zuschauern wichtig, um eventuell angsteinflößende Inhalte zu entschärfen.

Viele der klassischen Märchen finden heutzutage nicht mehr ihren Weg in die Kinderzimmer, weil der teilweise brutale Inhalt den Kindern nicht mehr zugemutet wird. Umso erstaunlicher, dass das Puppentheater am vergangenen Sonntag in beiden Nachmittagsvorstellungen gut besucht war. Das Jugendzentrum hatte seine Räume an diesem verregneten Tag  für die ganz Kleinen im Kindergarten- und Grundschulalter freigehalten. In Begleitung von Eltern oder Großeltern waren die Kleinen voll bei der Sache, als das Piccolino-Theater aus Freigericht das Stück „Rotkäppchen und der böse Wolf“ auf die Puppenbühne brachte.

Immer wieder bezogen die Figuren des Stücks ihre Zuschauer mit ein, die mit Feuereifer dabei waren. Dass es nicht strikt nach der klassischen Vorlage ging, war sicher auch den Erwachsenen recht und so gefiel vor allem der hessisch babbelnde „Ieschl“, der stachelig und mit Humor quer durch die bekannte Geschichte mitlief und immer wieder seine Kommentare abgab. Die drei Akte mit insgesamt 45 Minuten Spielzeit vergingen wie im Fluge und im Anschluss durften die kleinen Zuschauer sogar den bösen Wolf streicheln und stellten fest, dass man vor ihm keine Angst haben musste.
Thomas und Stefanie Sperlich sind seit 15 Jahren selbständig mit ihrem „Theater Piccolino“ im Umkreis von 150 Kilometern rund um Freigericht unterwegs. Meist werden sie von Kindergärten gebucht oder aber sie mieten sich selbst einen Saal zum Bespielen. Hier jedoch kam die Jugendförderung auf das Ensemble zu, das schon öfter bei der Emmaus-Gemeinde zu Gast war, und stellte das Jugendcafe kostenfrei zur Verfügung. Die Eintrittsgelder gingen komplett an die Puppenspieler und die Verpflegung mit Brezeln, Naschtüten und Getränken deckelten die Kosten der Jugendförderung. Eine Win-Win-Situation, von der aber die jüngsten Babenhäuser am meisten profitierten. Auf dem Nachhauseweg wurden die Eltern gefragt, ob man nächste Woche wiederkommen könne. Das Ensemble hätte noch mindestens sechs weitere Stücke im Angebot und käme natürlich gerne wieder, wie Thomas Sperlich augenzwinkernd verriet. Info: www.theater-piccolino.de    kb

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