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Kerb in Harpertshausen:

Regen hält die Harpertshäuser nicht vom Feiern ab!

Auf die Frage, ob sie vielleicht auch daran gedacht hätten, den Umzug wegen Starkregens abzusagen, erntete man letzten Sonntag in Harpertshausen nur entrüstetes Kopfschütteln: „Niemals!“ war die einhellige Antwort, bevor sich die Kerbborschen aufmunternd zuprosteten. Lediglich die Überlegung, sich im nächsten Jahr einen Regenschirm mit „Kerb“ bedrucken zu lassen, wurde in Betracht gezogen.

Aber nicht nur der Wagen mit den 11 Kerbborschen und -mädchen war fest entschlossen, sich nicht die Laune verderben zu lassen, sondern insgesamt vier Wagen und vier Fußgruppen sammelten sich auf dem Aufstellplatz am Ortseingang. Mit lauter Musik donnerten sie gegen das Wetter an und als sich nach dem Start-Böller von Ortsvorsteherin Dr. Martina Seuss der Tross in Bewegung setzte, standen am Wegesrand viele Zuschauer und jubelten den Hartgesottenen zu, wie sie mit Messlatte und Glocke auf der Suche nach der Kerb durch alle Gassen des kleinsten Ortsteils zogen. Der Umzug war laut Kerbmudda Larissa Dreizehner der Höhepunkt einer ganzen Vorbereitungswoche, in der neben Organisatorischem auch die Kerbkrone und der Kerbstoffel „Bernd“ gebastelt wurden. Da man nach einer solch anstrengenden Woche vielleicht schon mal vergessen konnte, wo die Kerb eingegraben wurde, hatten die jungen Leute die entsprechenden Koordinaten auf ihre Kerb-Shirts drucken lassen. Das diesjährige Motto „Fahr nicht fort – feier im Ort“ war gemäß dem Gedanken der „Fridays for Future“-Bewegung ganz nachhaltig und ressourcenschonend gewählt worden.
Im Zug liefen Abordnungen der verschiedenen Vereine und Gruppen mit: „Die Holzhackerleut“, „Kojoten auf Weltreise“, „Die Glorreichen 8“ und die „Kerbborschen“ waren überdacht auf Wagen unterwegs, während sich die Jugend-Feuerwehr, das DRK, die Skigruppe und die Gymnastikfrauen mit Regenkleidung und Schirmen behalfen. Aus Fenstern schauend, in Toreinfahrten oder unter Baugerüsten suchten viele Zuschauer Schutz vor dem Wetter. Auch das Buswartehäuschen bot Obdach und ein eilends aufgestellter Partypavillon wurde genutzt, um den Umzug gebührend jubelnd zu unterstützen.
Der Kerbspruch wurde dennoch vorsichtshalber ins Innere des DRK-Heims gelegt, wo die vielen nassen Zuschauer fröhlich lachend nach dem Umzug einströmten und gerne im Warmen saßen. Vom Regenwetter ließ sich keiner die gute Laune verderben! Die Wagen parkten hinter dem DRK-Heim und so konnte die Kerbkrone für alle im Saal durch die offene Tür gut sichtbar positioniert werden. Ein paar Gassenhauer wurden mit Quetschemusik untermalt gesungen, bevor der Kerbspruch für viel Heiterkeit sorgte. Larissa Dreizehner hatte wieder viele Episoden aus dem Ort zusammengetragen und viele hofften, selbst nicht erwähnt zu werden. Sie lachten deshalb umso lauter über die Missgeschicke der anderen. Nur mit Unterhose bekleidet und Katze im Arm fand sich ein junges Harpertshäuser Mädchen im Hof ausgesperrt und das Gelächter war groß, als sich die Kerbmudda selbst als Leidtragende outete. Auch ein an einer Wurst ausgebissener Wackelzahn ging auf das Konto der Dreizehner-Familie. Dass mit Harpertshäusern nicht unfreundlich umgegangen werden sollte, merkten ein paar Feierwütige in Langstadt, denen die Protagonisten der nächsten Episode ein Taxi vor der Nase wegschnappten. Zu jedem Geschichtchen findet die junge Kerbmudda einen passenden Song, auch wenn ihre Gesangseinlagen nach so vielen „Feiertagen“ stimmlich Luft nach oben haben. Für Stimmung sorgt die erst neunzehnjährige Dame bereits im dritten Jahr in Folge allemal. Als sie zum Abschluss ihrer Laune machenden Kerbred die Kerbkrone mit dem Wein tauft und das Glas klirrend zu Bruch geht, sieht man ihr an, dass sie froh über ihren Auftritt ist. Im Saal geht es noch lange weiter, denn schließlich ist Kerb nur einmal im Jahr!
In Harpertshausen teilen sich seit vielen Jahren die Feuerwehr und das Rote Kreuz die Aufgaben und Bewirtung zur Kerb: am Freitag der Bieranstich im Feuerwehrhaus und Samstag der Bierschoppen, der Umzug mit Kerbred am Sonntag und montags der Frühschoppen mit Haspelessen und Musik im DRK-Heim. Die Kerb wurde dann am Dienstag im Feuerwehrhaus begraben. So haben beide Ortsvereine ihren Anteil an der  traditionellen Kerb, die im Ort als wesentliches Highlight zelebriert wird.    kb

Mehr Fotos: https://www.babenhaeuser-zeitung.de/galerien/kerb-2019-harpertshausen-id37919.html
 

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